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Fränkische Heimat

Königsberg i.B.

(Foto: Thomas Vizl)LEADER PLUS

 

 

 

Kurzdarstellung der Gemeinschaftsinitiative LEADERLEADER PLUS:

Diskussion und Bewertung der Ergebnisse

in der Leader Plus Aktionsgruppe Main-Steigerwald:

 

„Die Lokale Aktionsgruppe Main Steigerwald e.V. wurde am 22. Mai 2003 mit 46 Mitgliedern als eingetragener Verein gegründet. Ihr oberstes Ziel ist es, gemeinsam die Lebensqualität in der Region Main-Steigerwald zu verbessern und die regionale Identität nachhaltig zu stärken. Der Wein ist das verbindende Element zwischen dem Naturpark Steigerwald und dem Maintal. Die LAG besteht aus den Organen Mitgliederversammlung, Vorstand, Steuerkreis und vier Arbeitskreisen. Charakteristisch für die LAG ist der von einer breiten Basis getragene Wunsch einer engen und effizienten Zusammenarbeit.“ So wird die LAG auf ihrer Homepage beschrieben.

 

In 2007 geht das Projekt zu Ende. Zeit dafür, eine Bewertung durchzuführen. Die öffentliche Diskussion begann mit einem Leserbrief von Alexander von Halem, stellvertretender Vorsitzende der LAG Main-Steigerwald in der MainPost. Der dort angesprochene Beschluß der Stadt Gerolzhofen aus dem weiteren Leader-Prozess auszusteigen, wurde bereits in einer (nichtöffentlichen) Stadtratssitzung im April 2006 gefaßt. Die Fortsetzungsmaßnahme zur Beschäftigung der Regionalmanagerin wurde damit von der Stadtratsmehrheit abgelehnt, obwohl andere Gemeinden aus Leader-Gebiet bereits zustimmende Beschlüsse gefasst hatten.

 

 

MainPost Gerolzhofen 11.04.2006

 

Keine neue Baustelle mehr

   

gerolzhofen (FI) Nach den bereits beschlossenen Maßnahmen wie Spargelstraße, Gipsmusum oder jetzt erst der Wald- und Wassererlebnisgarten Nützelbachsee wird sich die Stadt an keinen weiteren gemeinsamen Umsetzungsmaßnahmen des Regionalmarketing-Konzepts Region Main-Steigerwald im Rahmen der Leader-plus-Förderung mehr beteiligen. Das gilt namentlich für gemeinsame Auftritte der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bei Messen, für einen Internet-Auftritt, ein Logo und einen gemeinsamen Briefkopf. Das beschloss der Stadtrat am Montag mehrheitlich in nichtöffentlicher Sitzung.

 

Bürgermeister Hartmut Bräuer hatte das Thema zunächst auf die öffentliche Tagesordnung gesetzt, doch die CSU erwirkte per Antrag zur Geschäftsordnung eine Verlegung in den nichtöffentlichen Teil. Begründung: Es gehe hier auch um die Zukunft von Regionalmanagerin Andrea Gutzeit und damit um eine Personalentscheidung. Bis auf Bürgermeister Hartmut Bräuer und Thomas Vizl unterstützte das gesamte Gremium den CSU-Antrag.

 

In der Tat hat dieser Beschluss Auswirkung auf die Regionalmanagerin. Deren Amtszeit wird nämlich wie geplant Mitte 2007 enden. Die Umsetzung weiterer Projekte hätte für sie allerdings eine Verlängerung ihres Vertrags um 18 Monate bedeutet.

 

Alle bereits beschlossenen LAG-Projekte bleiben unberührt von dieser Entscheidung. Die Mehrheit des Stadtrats sah keinen Sinn, noch einmal eine neue überörtliche Stelle zu pflegen. Die Stadt habe mit der Tourist-Information, dem Fränkischen Weinland, den Gastlichen Fünf und anderen bereits genug davon. Am Ende wisse man gar nicht mehr, welchen Briefkopf man überhaupt verwenden soll, hieß es.

 

 

 

MainPost Gerolzhofen 10.11.2006

 

EU-Förderung ist verloren

  

Zu Beschlüssen des Gerolzhöfer

Stadtrats in Sachen LEADERplus:

 

Ob aus wahlkampftaktischen Gründen oder aus Kurzsicht oder Mangel an Information hat der Gerolzhöfer Stadtrat mehrheitlich gegen zwei Projekte gestimmt, die zum Wohle der Entwicklung unserer Region aus Mitteln der Europäischen Union (LEADERplus Förderkulisse) bezuschusst werden sollten: das Regionalmarketingkonzept und die Fortführung des Regionalmanagements für die Region Main-Steigerwald mit dem Zentrum Gerolzhofen.

 

Nutznießer dieser Projekte wäre vor allem die Stadt Gerolzhofen gewesen. Die Stadt sollte im Zuge dieser Regionalentwicklung als Mittelzentrum für die Region Main-Steigerwald gestärkt werden. Diese Region umfasst weite Teile des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen.

 

An der Entscheidung des Gerolzhöfer Stadtrates ist nicht zu rütteln und der Zug einer Förderung in diesem Sinne ist auch schon abgefahren. Die Förderung ist verloren, die damit verbundenen Möglichkeiten Gerolzhofen als Mittelzentrum zu stärken vorerst verpasst. Dennoch können wir (die Bürger und unsere gewählten Vertreter) aus dem Scheitern dieser Projekte lernen.

 

So manch Gemeinde, die im Zuge der LEADERplus Zusammenarbeit bereits näher an Gerolzhofen gerückt sind, driften jetzt schon wieder ab. Manch Gemeinde scheint nun stärker nach Volkach und die Mainschleifengemeinden zu tendieren. Logisch ist diese Entwicklung für den Markt Eisenheim und die Gemeinde Wipfeld, aber auch in der Gemeinde Kolitzheim wird diese Sichtweise seit dem Scheitern dieser zwei LEADERplus-Projekte verstärkt vertreten.

 

Fragen sollten sich politisch Verantwortliche, wie auch ohne diese Förderung aktive Bürger motiviert werden können, sich weiter für die Entwicklung unserer Region einzusetzen. Mit dem in vielen ehrenamtlichen geleisteten Arbeitsstunden entwickelten Regionalmarketingkonzept wird es nicht möglich sein. Was kann stattdessen getan werden und ist die Schaffung einer regionalen Identität überhaupt gewünscht?

 

Alexander von Halem

97509 Zeilitzheim

 

 

MainPost Gerolzhofen 15.11.2006

 

Mutwillig eine Chance vertan

   

Zum Leserbrief von Alexander

von Halem vom 11. November:

 

In der Stadtratssitzung bereits im April wurde auf Initiative der CSU-Fraktion der Ausstieg der Stadt Gerolzhofen aus den LEADERplus-Projekten "Regionalmarketing" und "Regionalmanagement" beschlossen. Damit gab es auch für die anderen zehn Gemeinden des LEADERplus-Region Main-Steigerwald keine Möglichkeit mehr, die Projekte weiterzuführen. Ich bin der gleichen Meinung wie sie Alexander von Halem in seinem Leserbrief geäußert hat:

 

Das Mittelzentrum Gerolzhofen hat damit eine Chance mutwillig vertan, die Gemeinden des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen zwischen Main und Steigerwald wieder stärker an das Mittelzentrum zu binden.

 

Auch wenn für die Stadt aus zahlreichen Projekten des LEADERplus-Prozesses nur wenig direkter Nutzen erwächst, ist die regionale Zusammenarbeit der Bürger, Tourismusmanager, Geschäftsleute und Mandatsträger an sich ein Wert, der mittel- und langfristig sehr wichtig werden wird. Da hat Kirchturmpolitik, wie sie durch den Ausstieg der Stadt sichtbar wurde, keinen Platz.

 

Auch einer neuer LEADER-Prozess auf Kreisebene ist hierfür nur ein unzureichender Ersatz: dort steht die Stadt Schweinfurt im Mittelpunkt (auch wenn sie direkt gar nicht beteiligt sein wird), wir sind in einer Randlage.

 

Bezeichnend ist übrigens auch, dass der Ausstiegsbeschluss in nichtöffentlicher Sitzung gefasst wurde. Nur Bürgermeister Bräuer und ich stimmten gegen den Geschäftsordnungsantrag auf nichtöffentliche Behandlung.

 

Andererseits ist natürlich auch anzumerken, dass der LEADER-Prozess in der Aktionsgruppe "Main-Steigerwald" bei weitem nicht alle Erwartungen der ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger erfüllt hat. Unklare Vorgaben darüber, was eigentlich möglich ist, unverständliche Auslegungen durch den zuständigen Manager bei der Regierung von Unterfranken und einseitige Ausrichtung hinsichtlich einer touristischen "Inwertsetzung" haben manche Aktivisten vergrault.

 

Trotzdem gab es sehr positive Ergebnisse: Zum Beispiel das Gips-Museum in Sulzheim, gemeinsame Marketing-Aktivitäten (Spargel, Wein). Das für Gerolzhofen und das Umland wichtigste Ergebnis: Der Bau der zahlreichen Radwege nach Schweinfurt, Volkach, Oberschwarzach, Mönchstockheim.

 

Zwar wurde der Bau der Wege nicht durch LEADERplus gefördert, aber die Diskussion des Radwegekonzepts innerhalb der Arbeitsgruppe "Natur, Umwelt, Gesundheit" brachte einen neuen Schwung, der dann von den Bürgermeistern und Räten tatkräftig umgesetzt wurde.

 

Hierbei wurde eine mustergültige Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg praktiziert, indem sich die Städte Volkach und Gerolzhofen an den Kosten des Radwegs zwischen Krautheim und Frankenwinheim beteiligten. Der Bau durch Frankenwinheim alleine wäre wohl nicht möglich gewesen.

 

Zudem haben sich zahlreiche aktive Personen aus den Gemeinden der VG, Kolitzheim, Wipfeld und Eisenheim persönlich kennen gelernt.

 

Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit mit den anderen zehn Gemeinden der Aktionsgruppe "Main-Steigerwald" auch durch die neue Bürgermeisterin Irmgard Krammer fortgeführt werden wird.

 

Thomas Vizl, Stadtrat

 

97447 Gerolzhofen

 

 

MainPost Gerolzhofen 27.11.2006

 

Leserforum

 

 

Zum Leserbrief von Thomas Vizl

vom 16. November:

 

Stadtratskollege Thomas Vizl begründet in seinem Leserbrief selbst, warum eine breite Mehrheit des Stadtrates eine Weiterführung des LEADER-Projekts für nicht sinnvoll hielt. "Wenig direkter Nutzen" und "bei weitem nicht alle Erwartungen... erfüllt", das sah auch die Mehrzahl der Stadträte so. Die Aufzählung der letztendlich zum Tragen kommenden Projekte ist kurz und wird noch kürzer, wenn sie hinterfragt wird. So hat der Radwegebau um Gerolzhofen herum absolut nichts mit dem LEADER-Prozess was zu tun. Der seit vielen Jahren insbesondere von Stadtratskollegen Werner Ach geforderte Radwegeausbau wurde von Bürgermeister und Verwaltung mit dem Hinweis auf fehlende Fördermittel immer wieder hinausgeschoben. Erst als der Freistaat Bayern einen gut gefüllten Fördertopf (nicht LEADER!) bereitstellte, konnten die aufgestauten Radwegeprojekte in Angriff genommen werden. Im Übrigen wurde der jetzt anstehende Radweg nach Wiebelsberg bereits 2001 und damit weit vor LEADER von der CSU-Stadtratsfraktion schriftlich beantragt.

 

Aus den Hoffnungen auf EU-Fördermittel aus dem LEADER-Topf im Millionenhöhe wurde nichts. Es flossen und fließen nur spärliche Summen in unseren Raum und ein Großteil davon ist für die Verwaltung des LEADER-Prozesses gedacht.

 

Das Wertvollste aus dem LEADER-Projekt - da stimme ich Thomas Vizl zu - sind die Kontakte und die Zusammenarbeit der ehrenamtlich in den Arbeitskreisen zusammengekommenen Bürger, die sich gebildet haben. Auch die erstellte Studie über Regionalmarketing und Management gibt zahlreiche Anregungen, die sich lohnen, weiterverfolgt zu werden.

 

Entscheidend für die Ablehnung von Investitionen in Regionalfahnen, Etiketten, Flyer usw. war, dass niemand dem Stadtrat die Nachhaltigkeit der angedachten Werbemaßnahmen darlegen konnte. Wie sollte dieser neue Raum in den Werbekampagnen "Fränkisches Weinland", "Naturpark Steigerwald", die Gastliche Fünf" und in die Bewerbung des Geomaris eingebunden werden? Wie soll die Werbekampagne für das LAG-Gebiet nach dem einmaligen Zuschuss der Hälfte der Kosten durch LEADER finanziert werden, wenn die Werbebudgets schon für die genannten Bereiche zu gering sind?

 

Mit dem Nachfolgeprogramm, wo auf Landkreisebene sich auch die LAG Main-Steigerwald einbringt, besteht die Chance die bereits jetzt schon sehr zersplitterten Aktivitäten wieder ein Stück zusammenzuführen. Dringend nötig wird es jedoch sein, sich in Gerolzhofen klar zu werden, wo die Stärken und damit auch die Chancen in touristischen Bereich liegen. Diese Zielvorgabe steht seit Jahren aus. Die Arbeit der beim LEADER-Projekt engagierten Bürger kann dazu eine Hilfe sein und war deshalb auch nicht umsonst. Um es bildhaft auszudrücken: Beim Hausbau kann man zahlreiche Entwürfe entwickeln, gebaut wird letztendlich nach einem. Für den Tourismus liegt dieser Entwurf bis heute dem Stadtrat nicht vor.

 

Wolfgang Mößlein, Stadtrat

97447 Gerolzhofen

 

 

MainPost Gerolzhofen 27.11.2006

 

Wichtige Lückenschlüsse im Radwegenetz geschafft

    

GEROLZHOFEN (NN) Beim traditionellen kommunalpolitischen Abend der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hieß Versammlungsleiter Norbert Braun in der Gaststätte "Kapellenberg" rund 30 Personen und besonders die Referenten und Stadträte der KAB, Alfred Hügelschäfer, Hannelore Hippeli, Liselotte Feller und Wolfgang Mößlein, willkommen. Alfred Hügelschäfer berichtete über den Radwegebau und verwies auf die neu geschaffenen Verbindungen nach Mönchstockheim und die für Gerolzhofen wichtigen Lückenschlüsse Sulzheim - Grettstadt und Frankenwinheim - Krautheim. Bereits im kommenden Jahr soll der Radweg nach Wiebelsberg in Angriff genommen werden, der dann bis Oberschwarzach weiter geführt werden soll. Angedacht sei zudem ein Radweg nach Schallfeld, so dass Gerolzhofen dann über gute Radwegeverbindung ins Umland verfügt.

 

In seiner Eigenschaft als Sportreferent des Stadtrates berichtete Hügelschäfer über die sehr erfolgreichen Fußballjugendturniere "Mini-Weltmeisterschaft" und "Internationales Fußballturnier" mit den Mannschaften der Partnerstädte. Sein Ausblick streifte abschließend den Austausch der Wasserleitung in der Hermann-Löns-Straße und die Baumaßnahme in der Kirchgasse.

 

Liselotte Feller berichtete zunächst aus ihrer Arbeit als Kreisrätin, so über die umfangreichen Baumaßnahmen am Kreisaltenheim Werneck und die geplante Vergärungsanlage auf der Deponie Rothmühle, wo künftig alle Bioabfälle des Landkreises angeliefert werden sollen. Die Anlieferung von Gartenabfällen soll jedoch in Gerolzhofen auch künftig möglich sein.

 

Als Kindergartenreferentin des Stadtrates berichtet Lieselotte Feller über den neuen Waldkindergarten, den zwölf Kinder vormittags besuchen. Nachmittags bestehe die Möglichkeit, die katholischen Kindergärten zu buchen.

 

Hannelore Hippeli informierte als Referentin für Städtepartnerschaften über die Aktivitäten mit den Partnerstädten Mamers, Scarlino, Rodewisch und Elek, wo dieses Jahr eine Delegation aus Gerolzhofen und Mamers mit den Bürgermeistern beider Städte an dem Welttreffen der ehemaligen deutschen Einwohner teilnahm. Nächstes Jahr gehe die Partnerschaft mit Mamers in das 35. Jahr. Weiter ging Hippeli kurz auf die Sanierung des VG-Gebäudes mit der Schaffung eines Bürgerbüros ein.

 

Wolfgang Mößlein ging auf die städtischen Finanzen, die Altstadtsanierung und auf die Leserbriefe zum Leader plus-Projekt ein. Besonders die Gewerbesteuer habe im aktuellen und im letzten Jahr die Ansätze weit übertroffen. Allerdings müsse die Stadt nächstes und übernächstes Jahr einen großen Teil dieser Mehreinnahmen wieder über die Kreisumlage abliefern. Zudem stünden Ausgaben in Millionenhöhe für die Erneuerung alter Wasserleitungen, Straßenerneuerung und Investitionen in die Altstadtsanierung an. Zu den Leserbriefen über den Ausstieg aus dem Leader plus-Programm bemerkte Wolfgang Mößlein, dass es den Verantwortlichen nicht gelungen sei, den Stadtrat von der Nachhaltigkeit der geforderten Marketingmaßnahmen zu überzeugen.

 

In den zahlreichen Diskussionsbeiträgen forderte unter anderem Hubert Barth den Radwege-Lückenschluss nach Bischwind. Rudi Schulz regte an, den fußgängerfreundlichen Plattenbelag in der Kirchgasse auch vor der Sakristei zu verlegen. Zum Schluss gab KAB-Vorsitzender Hugo Markert die nächsten Termine bekannt.

 

 

 

Weitere Informationen:         LAG Main-Steigerwald

                                         Leader + im Freistaat Bayern