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Foto:
Steigerwald-Vorland 

Weltnaturerbe Steigerwald

 

 

Die Diskussion hat begonnen.

Hier finden Sie die bisherigen öffentlichen Diskussionsbeiträge.

 

 

 

Am 10.03.2007 erschien im FRÄNKISCHEN TAG in Bamberg ein Bericht über die mögliche Einstufung der Buchenwälder im Steigerwald als „Weltnaturerbe der Menschheit“. Die Diskussion über das Für und Wider, die Vor- und Nachteile, die Einschränkungen des Forstbetrieb und der mögliche Imagegewinn werden die Region sicher noch länger beschäftigen.

 

Hier die Presseberichte:

  1. 10.03.2007, FRÄNKISCHER TAG, Bamberg: „Darauf wäre ganz Franken stolz“
  2. 10.03.2007, FRÄNKISCHER TAG, Bamberg: Kommentar „Jahrhundertchance“
  3. 22.03.2007, MAINPOST, Gerolzhofen, Schweinfurt, Hassberge: „Skepsis gegenüber Weltnaturerbe Steigerwald“
  4. 25.03.2007, MAINPOST, Gerolzhofen:  Steigerwaldklub – „Um den Titel Weltkulturerbe kämpfen“

Interessante Links zum Thema:

*   Artenschutz im Steigerwald

*   br-online (Bayerischer Rundfunk)

*   Resolution von BUND und LBV anlässlich

       der Tagung „Naturerbe Buchenwälder“ am 10./11. April 2008 in Ebrach

 

 

weitere Artikel: siehe unten

 

 

DER SPIEGEL

Ausgabe 1/31.12.2007

Wenn der fränkische Forstwissenschaftler Georg Sperber,74, an einem Reifen seines Autos einen Plattfuß entdeckt, glaubt er nicht an einen Zufall. Ein Denkzettel ... ... im Steigerwald erfuhr sie nun, „wie wenig im Streit um den Nationalpark Sachargumente zählen“ (aus Spiegel 1/31.12.2007; Hausmitteilung Seite 3. Bericht auf Seite 114)

 

 

 

 

 

Mainpost Gerolzhofen, 07.01.2008

 

Leserforum: Warum eigentlich nicht

 

Zum Thema Nationalpark Steigerwald:

 

Der Streit um den Nationalpark geht nicht um die ökologische Voraussetzung, sondern nur um ökonomische Ängste. Wie nahe diese beiden Fragen beieinander liegen, zeigt der Ausspruch von Bürgermeister Oskar Ebert aus Rauhenebrach: „Vom Namen her wäre das sicherlich eine tolle Sache, und es mag daraus auch eine Wortschöpfung für die gesamte Region resultieren. Aber ich bin nicht für die Region, sondern für Rauhenebrach zuständig.“ Aber hier geht es um die Region, es geht um den gesamten nördlichen Steigerwald!

 

 

Die Ängste einiger Nationalparkgegner sind durchaus ernst zu nehmen. Wenn es jedoch um die Holznutzung geht, sind nicht allein örtliche Gegebenheiten ausschlaggebend. Die Globalisierung hat auch den Steigerwald erreicht. Großeinkäufer aus Österreich und aus China bestimmen die Menge und den Preis. Es gibt einen Fünfjahresvertrag des staatlichen Forstbetriebes von 100 000 Festmetern mit Österreich. Solche Verträge kann jeder abschließen, wir haben freie Marktwirtschaft.

 

Und wer glaubt, sein Brennholz im nahen Staatswald günstig schlagen zu können, muss zur Kenntnis nehmen, dass auch hier der Heizölpreis den Kaufpreis des Holzes mitbestimmt.

 

Während die hiesigen Sägewerksbesitzer befürchten, dass sie nicht genügend Nutzholz im Staatswald des Steigerwald kaufen können, hat der Verband der Holzwirtschaft bei der so genannten „Informationsveranstaltung“ gegen den Nationalpark gefordert, man „brauche das Holz für die fertiggestellten Neuinvestitionen im Raum Aschaffenburg der Firmen Hornberger und Pollmeier“. Da werden Eigeninteressen von ortsfernen Betrieben vertreten und nicht die der ansässigen Bevölkerung

 

Aber in unserer Region, also im nördlichen Steigerwald, gibt es noch andere, wichtige Probleme. Die Hauptschulen sind verschwunden, die Grundschulen sind halb leer, die Kindergärten haben Nachwuchsmangel, die Alterspyramide der Bevölkerung sieht wie ein auf den Kopf gestellter Christbaum aus, der Immobilienmarkt ist zusammengebrochen, die Grundversorgung vieler Gemeinden ist nicht mehr gesichert. Die hohen Investitionen im Bereich Fremdenverkehr bringen keine ausreichende Rendite. Im nördlichen Steigerwald gibt es etwa 80 Ferienwohnungen und etwa 70 Hotels und gastronomische Betriebe mit etwa 2000 Betten, deren Auslastung nur knapp 25 bis 30 Prozent beträgt, die also nach Auffassung von Fachleuten nicht rentabel arbeiten.

 

Ein Nationalpark wäre eine einmalige Chance, das Schicksal einer wirtschaftlich schwachen, aber an natürlichen Voraussetzungen reich gesegneten Region in eigene Hände zu nehmen und den Weg in eine bessere Zukunft einzuschlagen.

 

Wäre es da nicht an der Zeit, sich dieser Frage einmal ernsthaft anzunehmen? Wenn es einige Landräte und Bürgermeister wagen, diese Zukunftsfragen unter anderem auch mit der Möglichkeit eines Nationalparkes zumindest in Ansätzen anzugehen, werden sie als Lügner bezeichnet, oder wie bei einer Wahlveranstaltung in Rauhenebrach wurde Landrat Handwerker entgegen geschrien: „Das interessiert doch kein Schwein“.

 

Die Gegner des Nationalparks sind nicht die Vertreter der Gesamtbevölkerung. Die schweigende Mehrheit ist für eine sachliche Prüfung dieser zukunftsweisenden Entwicklungsmöglichkeit.

 

Viktor Fieger

96157 Ebrach

 

 

01.01.2008  (ähnlich am 08.01.2008 in Mainpost Gerolzhofen)

 

Stellungnahme zur Diskussion über einen Nationalpark Steigerwald

 

Erst Prüfen und Untersuchen, dann Diskutieren und Abwägen und schließlich am Schluß Entscheiden

 

Als Natur- und Umweltreferent des Stadtrates von Gerolzhofen wurde ich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder auf das Thema Nationalpark Steigerwald und meine Ansicht dazu angesprochen. Da das Thema auch im Jahresrückblick der Mainpost eine zentrale Rolle eingenommen hat, nehme ich nun öffentlich Stellung.

 

Nachdem der Vorschlag im März 2007 in der Öffentlichkeit bekannt wurde, habe ich mich ausführlich informiert. Zunächst teilte mir das Bundesumweltministerium auf Nachfrage mit, daß bereits 1997 eine vom Bundesamt für Naturschutz betreute FÖNAD-Studie über bestehende und potenzielle Nationalparke in Deutschland, seinerzeit die Einrichtung eines Nationalparks  Steigerwald  als sinnvoll bewertet hatte. Die Entscheidung über die Einrichtung eines Nationalparks trifft der Bayerische Landtag. Ein Antrag liegt nicht vor! Die Befürworter eines Nationalparks, die Landräte Denzler (Bamberg) und Handwerker (Haßberge), beide CSU, wollten zunächst in einer Machbarkeitsstudie die Eignung des nördlichen Steigerwald für einen Nationalpark prüfen lassen. Dies wurde - nach dem Rückzieher des Landrates Handwerker - zumindest vorläufig - gestoppt.

 

Nach den Vorstellungen der Initiatoren eines Nationalpark Steigerwald sollte die Nationalparkfläche ausschließlich den staatseigenen Wald (ca 11.000 ha) zwischen Ebrach und Zabelstein umfassen. Private und kommunale Wälder wären zumindest direkt nicht betroffen.

 

Ein Nationalpark Steigerwald hätte sicherlich große und langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der Region.  Die Chancen und Risiken für den Steigerwaldbereich gilt es zu prüfen und die Ergebnisse objektiv abzuwägen.

 

Die Auswirkungen auf folgende Bereiche wären zu überprüfen: Regionale und örtliche Entwicklung, Tourismus, Energieressource Holz, Natur- und Artenschutz, Landwirtschaft, Forstbetriebswirtschaftliche Aspekte, Auswirkungen auf benachbarte Wälder, Gewerbe, Holzwirtschaft, Außendarstellung der Region und Arbeitsplätze. Nach einer Prüfung der Faktoren sollte eine ausführliche und breite Diskussion mit den Betroffenen durchgeführt werden. Daß in der Region Handlungsbedarf besteht, weiß Jeder, der die strukturellen Probleme des Steigerwaldbereiches kennt. Ich erinnere nur daran, daß die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der Region zurückgeht, so daß zum Beispiel jetzt auch die Hauptschule in Rauhenebrach geschlossen wird. Welche Zukunftsperspektiven hat die Region Steigerwald?

 

Bereits in der Stadtratssitzung vom 23.04.2007 hielt ich es ohne fachliche Untersuchung der Auswirkungen für verfrüht, eine Entscheidung zu treffen und habe als Einziger die dann beschlossene Resolution der Stadt Gerolzhofen abgelehnt. Da bis heute diese Untersuchungen nicht durchgeführt wurden, kann eine so wichtige Frage auch nicht entschieden werden. 

 

Es ist aus meiner Sicht sehr schade, daß die Überprüfung der Chancen und Risiken aufgrund stark emotionaler Proteste von der CSU verhindert wird und eine Idee, die unsere Region möglicherweise sehr weit voran bringen könnte, ohne fachliche Grundlage einfach niedergemacht wird. Angesichts der strukturellen Probleme in der Region halte ich den Verzicht auf eine Machbarkeitsstudie für Unverantwortlich.

 

Nachdem der Kenntnisstand jetzt Ende 2007 der gleiche ist wie im Frühjahr, kann ich mich auch heute noch nicht auf ein eindeutiges für oder gegen einen Nationalpark festlegen. Ich schlage vor: Erst Prüfen und Untersuchen, dann Diskutieren und Abwägen und schließlich am Schluß Entscheiden. Auch unsere Stadtratsliste geo-net - Netzwerk für Gerolzhofen (www.geo-net.net) sieht dies so.

 

 

Thomas Vizl

Gerolzhofen, Mitglied des Stadtrates

 

www.geo-net.net

 

 

 

Mainpost 06.12.2007

 

HASSFURT

Widersprüche um den Nationalpark

Bamberger Landrat Denzler will Machbarkeitsstudie nicht aufgeben

 

(kk) Ein Nationalpark Steigerwald bleibt in der Diskussion. Nachdem das Landratsamt Haßberge das Aus für den Nationalpark verkündet hat, sieht der Bamberger Landrat Günther Denzler hingegen das Projekt als nur verschoben an.

 

Denzler erklärte, es sei nicht sinnvoll, in einer derart aufgeheizten Atmosphäre über einen Nationalpark Steigerwald zu diskutieren. Nachdem nun der Bund eine Studie zur Wirtschaftlichkeit aller Nationalparks in Auftrag gegeben hat, wolle man diese Untersuchung abwarten, ebenso wie eine Studie des Bund Naturschutz. Doch danach möchte er, dass die Studie über die Machbarkeit eines Nationalparks Steigerwald angefertigt wird.

 

Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider und Befürworter des Nationalparks, hofft sehr, dass die Studie zur Machbarkeit nur verschoben ist – bis nach der Wahl 2008: „Ich glaube, das Thema wird über die Kommunalwahl geschoben und dann in Angriff genommen. Und ich finde es sehr bedauerlich, dass bierschwangeres Stammtischgeschwätz hier die Politik mitbestimmt.“ Außerdem könne es sein, dass die Bundesregierung der Region den Nationalpark nun überstülpe, und dann nichts mehr mitgestaltet werden kann, so Schneider. Rund 80 Prozent der Ebracher seien für den Nationalpark.

 

Sein Rauhenebracher Kollege Oskar Ebert sieht die Situation ganz anders: „Wir sind sehr erleichtert, dass die Studie vom Tisch ist.“ Dass sie nach der Kommunalwahl doch noch angefertigt wird, glaubt er nicht: „Wir haben ehrliche Politiker. Wenn Landrat Handwerker sagt, es kommt keine Studie, hält er daran fest.“ Probleme sieht er aber auch, wenn von Berlin ein Nationalpark gewünscht wird.

 

Der Bund Naturschutz in Bayern kritisiert den Verzicht auf die Machbarkeitsstudie und hofft, dass er nur vorübergehend ist und nach den Kommunalwahlen eine sachliche Diskussion möglich wird. „Der Nationalpark im Steigerwald wäre eine zentrale Chance, im Frühjahr, wenn sich in Bonn die Weltgemeinschaft zur Rettung der Artenvielfalt trifft, sich als Bewahrer des Weltnaturerbes zu profilieren“, so Professor Hubert Weiger, Vorsitzender des BN und neuer Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

 

Während Befürworter eines Nationalparks auf den Artenschutz und auf die Vorteile durch Touristen in einem bisher schwach entwickelten Raum verweisen, argumentieren Gegner, dass sie den Wald, wenn er Nationalpark wird, nicht mehr wirtschaftlich nutzen können. Der Nationalpark Steigerwald ist auf einem Gelände von 10 000 Hektar angedacht. Grund wären unter anderem die besonderen Buchenbestände.

 

 

 

Mainpost 06.12.2007

 

HASSFURT

Handwerker: Nationalpark Steigerwald wird nicht kommen

Landräte und Bürgermeister sagen Machbarkeitsstudie ab

 

Es wird keinen Nationalpark Steigerwald geben. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Die Landräte der fünf betroffenen Landkreise Bamberg, Haßberge, Kitzingen, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim und Schweinfurt sowie die Bürgermeister der Gemeinden, auf deren Gebiet ein Nationalpark Steigerwald angedacht war, haben beschlossen, keine Machbarkeitsstudie für einen Nationalpark im Steigerwald anfertigen zu lassen.

 

Die Sitzung des vorbereitenden Arbeitskreises Nationalpark, die für den 18. Dezember 2007 vorgesehen war, wird abgesagt. Dies teilte das Landratsamt Haßberge in einer Pressemitteilung mit.

 

Der Grund ist laut Landrat Rudolf Handwerker, dass in mehreren der betroffenen Gemeinden die Errichtung eines Nationalparks vehement abgelehnt werde. Der Pressesprecher des Landratsamts, Martin Schulze-Röbbecke, bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung: „Bei Bürgerversammlungen zeigte sich, dass viele Bürger, unter anderem in Rauhenebrach, dem Nationalpark kritisch gegenüberstehen. Dies hat die Bürgermeister und Landräte dazu bewogen, die Studie nicht in Auftrag zu geben.“ Und auch in den nächsten Jahren werde es wohl keine Studie und damit keinen Nationalpark geben. „Es gibt keinerlei Pläne, dieses Vorhaben nach Verstreichen einiger Zeit wieder aufzunehmen.“

 

Denn nach Auskunft von Handwerker sei ein Nationalpark nur mit der betroffenen Bevölkerung und nicht gegen sie denkbar.

 

„Wie sehr müssen die Kräfte, die gegen den Nationalpark sind, Druck ausgeübt haben, dass die Studie gar nicht erst gemacht wird“, sagt Dr. Georg Sperber, ehemaliger Leiter des Forstamts Ebrach und Mitglied im Bund Naturschutz. Er hatte sich immer wieder für einen Nationalpark Steigerwald eingesetzt, gilt als einer der Initiatoren des Projekts. „Wenn man verfolgt, mit welchen Methoden gegen den Nationalpark gearbeitet wurde, ist das aber kein Wunder.“

 

Wirklich enttäuscht ist er nicht davon, dass es in den nächsten Jahren keine Machbarkeitsstudie geben wird. Denn er gibt die Hoffnung nicht auf: „Ich habe damit gerechnet. Wenn man sich die Entstehungsgeschichten anderer Nationalparks anschaut, da hat es auch viele Widerstände gegeben und teilweise viele Jahre gedauert.“ Und er hofft weiterhin, dass die Menschen erkennen, welchen Naturschatz sie im Steigerwald vor ihrer Haustür haben, denn man wisse ja bereits seit 1992, dass der Steigerwald eines der besten Buchengebiete Deutschlands ist. „Außerdem habe ich von Anfang an zu bedenken gegeben, dass man erst in Ruhe die Bevölkerung informieren und überzeugen muss und nichts überstürzen soll.“

 

Die Machbarkeitsstudie, die es jetzt nicht geben wird, hätte rund ein Jahr gedauert und wäre in voller Höhe vom Freistaat Bayern finanziert worden.

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied Karoline Kessler

 

 

 

 

 

Gerolzhofen, 16.05.2007 – Pressemitteilung geo-net

Bund Naturschutz informiert Grüne und geo-net über Nationalparkpläne

 

Bei einem gemeinsamen Treffen in der Nähe von Gerolzhofen informierte der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Ernst Bohlig (Bild Mitte), führende Grünen-Politiker aus dem Landkreis und der Stadt Schweinfurt über die Pläne zur Einrichtung eines Nationalparks im Steigerwald. Mit dabei waren auch geo-net-Stadtrat Thomas Vizl, Gerolzhofen, die Kreisräte Walter Rachle (Sennfeld) und Elke Öchsner (Alitzheim), sowie der Ortsvorsitzende des BN in Gerolzhofen, Erich Rößner. Weiterhin waren auch die Sprecherinnen des Grünen-Kreisverbandes, Margret Osterloh (Schweinfurt) und Birgid Röder (Gerolzhofen) anwesend. Bei der Veranstaltung wurden die verschiedenen Aspekte, wie Natur- und Artenschutz, Arbeitsplätze im Gastronomie- und Tourismusbereich sowie in der Holz- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung, Energiepolitik und Auswirkungen auf die restliche Waldbewirtschaftungen intensiv diskutiert und abgewogen. Sowohl Grüne wie auch geo-net wollen sich weiter informieren und die bei einem Antrag auf Errichtung eines Nationalparks erforderlichen wissenschaftlichen Untersuchungen abwarten. Erst danach soll eine Entscheidung für oder gegen einen Nationalpark oder Biosphärenreservat erfolgen. In Gerolzhofen wird das Thema auch beim nächsten Treffen von geo-net am 24.05.07 um 20 Uhr in der Nützelbachstube diskutiert werden.

 

 

 

Mainpost / Kitzingen 18.05.2007 16:24

 

Geiselwind / Burghaslach

Mit Beckstein zum Dreifrankenstein

 

Es war am Donnerstagnachmittag sehr viel Politprominenz zum Dreifrankenstein auf dem Steigerwaldhöhenrücken zwischen Geiselwind, Burghaslach und Schlüsselfeld gekommen (wir berichteten).

 

Nicht alle zu Fuß, aber alle - trotz des Regens - sehr gut gelaunt und gesprächsbereit.  Zwar fehlten Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf und der unterfränkische Landtagsabgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf, doch hatten sich zahlreiche andere Mandatsträger aus der gesamten fränkischen Region zwischen Aschaffenburg und Nürnberg, zwischen Ansbach und Hof auf den Weg zum Mittelpunkt Frankens gemacht. Unter ihnen der Leiter der Münchner Staatskanzlei Eberhard Sinner, der CSU- Fraktionsvorsitzende Joachim Herrmann, die Bundestagsabgeordneten Christian Schmidt (Mittelfranken), Thomas Silberhorn und Jürgen Heike (Oberffanken), die Landtagsabgeordneten Heinrich Rudroff, Hans Herold und Melanie Hummel, Bezirksräte, Kreisräte und Politiker anderer lokaler Ebenen.

 

Während Innenminister Beckstein mit stürmischem Beifall begrüßt wurde, musste sich Bambergs Landrat Günther Denzler Buh-Rufe von den Nationalparkgegnern gefallen lassen.  Auf die Nationalparkpläne gingen fast alle Redner ein. Joachim Herrmann sieht keinen Sinn im Ausweisen eines weiteren Nationalparks. Er erwartet kritische Diskussionen darüber im Landtag.

 

Auch Innenminister Beckstein machte deutlich, dass ein Nationalpark nicht über die Köpfe der Menschen hinweg errichtet werden kann. Es müsse gehört werden was die wollen, denen der Wald gehört, erklärte er. Mit Augenzwinkern zitierte er Aussagen zu "typischen Charaktereigenschaften" der Franken. Er betonte den Stellenwert der Franken in Bayern und forderte die Menschen auf, die Leistungen von Ministerpräsident Stoiber für Bayern nicht zu übersehen und den Übergang des Amtes im Herbst würdig zu gestalten.

Eberhard Sinner empfahl allen ein bisschen mehr Gelassenheit in Sachen Nationalpark. Darüber müsse im Konsens mit den Bürgern diskutiert werden. Ökologie und Ökonomie seien im Steigerwald im Einklang. Es gelte, die Natur sinnvoll zu nutzen und zu erhalten.  Zur Stoiber-Nachfolge bemerkte er, dass sich Innenminister Beckstein derzeit warm laufe. Er sei der letzte Staffelläufer der Franken auf dem Weg in den Landtag. Sinner kündigte an: "Von einem fränkischen Ministerpräsidenten wird nicht nur Franken sondern ganz Bayern profitieren."

 

In diesem Sinne war auch der neue Liedtext des Ehepaars Vierengel aus Schweinfurt angelegt, das zum Abschluss der Kundgebung vorgetragen wurde. Da hieß es unter anderem: "Mit Beckstein als Ministerpräsident, da hat das Leiden bald ein End."

 

Von unserer Mitarbeiterin MONIKA CABOLET

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 17.05.2007 19:15

 

LKR. HASSBERGE

Projekt Nationalpark wurde falsch angepackt

 

Ist ein Nationalpark Steigerwald Segen oder Belzebub? Die Antwort verlangt genaue Analysen. Landrat Rudolf Handwerker fordert eine Kopf-, keine Bauchentscheidung. 

 

Spießrutenlauf nennt man das, was Handwerker beim Protest der Gegner des Nationalparks Steigerwald am Montag in Ebrach entgegenschlug. Bei der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses merkte man ihm die Enttäuschung über diese geballte Ablehnung an. Doch er ist sich sicher: „Es lehnen längst nicht alle Bürger einen Nationalpark so schroff ab.“ Allerdings sei noch nie ein Projekt so ungünstig und unsensibel an die Öffentlichkeit gelangt. Er verstehe den Ärger der Betroffenen, die glaubten, ihnen würde einfach ein Konzept übergestülpt. Schon der Naturpark Steigerwald hätte ihnen einst Einschränkungen gebracht. Dabei gebe es kein Konzept, keine Planung. Die Landkarte, die durch die Medien geistere, sei kein offizielles Dokument, sondern uralt.

 

„Ich bedaure, dass durch eine falsche Ansetzung des Themas eine große Chance vertan wird, etwas Besonderes für die Region zu erreichen“, verwies Handwerker auf das Life-Natur-Projekt Mainaue, das gut funktioniert hätte, weil genau anders verfahren wurde. Damals waren Bauern, Jäger und Angler mit im Boot.

 

Er sagte zum Gremium, dass ein Kommunalpolitiker verpflichtet sei, die Chancen auszuloten, die sich für die Region bieten könnten, wenn der Steigerwald zum „Weltkulturerbe“ ernannt werden würde. Allerdings müssten die damit verbundenen Einschränkungen für Forst, Holz und Wild genau geprüft werden. „Erst nachdenken, dann reden“, wäre der bessere Weg gewesen. „Mich stört, dass die Idee abgelehnt wird, bevor die Fakten auf dem Tisch liegen.“

 

Bis Ende Juni soll ein Arbeitskreis mit den betroffenen Landkreisen und Gemeinden gebildet werden, der festlegt, welche Gutachten, Analysen und Studien als Entscheidungsgrundlagen notwendig sind. Dies wird eine Arbeit von zwei bis drei Jahren sein, so Handwerker. „Weiterverfolgt wird die Idee Nationalpark nur, wenn in den Gemeinden die Mehrheit der betroffenen Bürger dahinter steht“, versprach er.

 

Gerhard Eller (Freie Wähler) kritisierte im Umweltausschuss, dass Handwerker der Auftaktveranstaltung in Trossenfurt fern blieb. „Ich hatte keinerlei Informationen und sehe nicht ein, dass ich mich in einer Versammlung ohne Wissen hinstelle“, sagte Handwerker. Eller verwies auf ungeklärte Fragen: „Was ist mit dem Eichenwald im Süden? Was wird mit dem Nadelholzanteil, der bei 25 Prozent liegt und Borkenkäfer lockt? Reichen nicht sechs Naturschutzgebiete im Landkreis? Wo bleibt eine Gegenüberstellung zwischen derzeitigen Wald-Arbeitsplätzen und neuen Nationalpark-Jobs? Wie stark ist die Wirtschaftsbilanz?“

 

Der Landrat: „Wir stochern mit einer langen Stange im Nebel, wir müssen doch erst einmal festlegen, was wir wissen, was wir untersuchen lassen wollen.“ Dass ein Nationalpark eine Chance für die Region sein kann, sieht er mit Blick auf das Biosphärenreservat Rhön, das verdoppelt werden soll. 42 Gemeinden haben zugestimmt. Interessante Perspektiven und Aussichten schreibe man dort dem Schutzgebiet zu.

 

 

 

Mainpost / Schweinfurt Land 15.05.2007 19:15

 

Bei den Leisten bleiben

 

 

Zu „Kreisräte sehen Nachteile“ zum Thema Nationalpark Steigerwald vom 5. Mai:

 

CSU-Kreisvorsitzender Gerhard Eck sollte sich in seiner Meinung zum Nationalpark Steigerwald zurückhalten. Jemand, der das hässlichste Gebäude im nördlichen Steigerwald (Kaufland in Donnersdorf) als Pluspunkt in seiner Politikerkarriere ansieht, sollte sich nicht zum Naturschutz äußern. Besuchen Sie doch mal die Nationalparkgemeinden im Bayerischen Wald, dann werden Sie sehen, was Donnersdorf noch fehlt! Herr Eck, Sie sollten bei Ihren Leisten bleiben und die Bevölkerung nicht einschüchtern.

 

Udo Pfriem 97422 Schweinfurt

 

 

 

 

 

Mainpost / Gerolzhofen 14.05.2007 17:15

 

EBRACH

Die Debatte ist völlig falsch angelaufen

   

„Die Staatsregierung wird den Teufel tun und bei einer so undurchsichtigen Lage initiativ werden.“ Damit bestätigte Eberhard Sinner, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, am Montag auf Anfrage dieser Zeitung seine Aussage in einer Vorstandssitzung des CSU-Bezirksverbandes Unterfranken, wonach der Steigerwald zwischen Ebrach und Eltmann nicht zum Nationalpark ausgewiesen werden soll.

 

Sinner gab klar zu verstehen, dass ein Nationalpark primär etwas mit Natur zu tun hat und nicht – wie vor allem von den CSU-Landräten Günther Denzler (Bamberg) und Rudolf Handwerker (Haßberge) als Befürworter des Nationalparks immer wieder ins Feld geführt – mit dem Tourismus. Sinners Rat aus München: „Das Thema sollte ein bisschen gelassener gesehen und auf kleinerer Flamme gekocht werden, gerade jetzt in Vorwahlkampf-Zeiten.“

 

Bei Landrat Denzler und seinem Mitstreiter Handwerker ist trotz massiver Proteste gegen ihre Pläne und trotz der Sinner-Erklärung von Resignation nichts zu spüren. „Eberhard Sinner hat das nicht zu entscheiden“, sagte Denzler trotzig auf einer Pressekonferenz am Montag im Anschluss an eine Vorstandssitzung des Naturparks Steigerwald. Der Wunsch nach einem Nationalpark dürfe nicht von oben, sondern müsse von der Basis kommen, pflichtet ihm Handwerker bei.

 

Davon sind die beiden aber noch weit entfernt, wie die aufgeheizte Stimmung unter rund 200 Teilnehmern an einer Demonstration am Rande der Vorstandssitzung vor dem Ebracher Rathaus zeigte.

 

Die Diskussion um den Nationalpark soll nun noch einmal ganz von vorne beginnen und vor allem die Betroffenen mit einbeziehen. Das war das wichtigste Ergebnis der Vorstandssitzung. In der Pressekonferenz räumte Landrat Handwerker ein, die Debatte um den Nationalpark sei „völlig falsch angelaufen, weil viele von der Idee erst aus der Presse erfahren haben.“ Dadurch entstehe der Eindruck, es solle wieder einmal etwas von oben verordnet und durchgesetzt werden. Die Buchenbestände im Staatswald zwischen Ebrach und Eltmann hätten gute Chancen, zum Weltnaturerbe zu werden, so Handwerker. Voraussetzung dazu ist aber ein großflächiger Nationalpark mit allen erforderlichen Schutzmaßnahmen für den Wald und einer eigenen Verwaltung.

 

Als erster konkreter Schritt auf dem neuen Weg wird der Haßberge-Landrat zu einer Arbeitsgruppe mit den betroffenen Landräten und Bürgermeistern – dabei übrigens erstmals auch die Stadt Gerolzhofen und die Gemeinde Dingolshausen mit ihren 800 Hektar Bürgerwald – einladen. „Dort wollen wir jedes einzelne Problem abarbeiten und eine genaue Analyse erstellen, was uns der Nationalpark bringt.“

 

„Ich verstehe nicht, wie man dagegen sein kann“, sagte der Bamberger Landrat Günther Denzler, der zusammen mit Georg Sperber vom Bund Naturschutz als „Anschieber“ der Idee Nationalpark gilt. Der ökologische Wert des Waldes sei in einem Nationalpark am höchsten. Im Steigerwald verfallen zurzeit die Wanderwege, während im Bayerischen Wald mit hoher Förderung neue gebaut werden.

 

Erfolge in Rhön und Bayerwald

Denzler bestätigte allerdings, dass in einem Nationalpark anfangs 50 Prozent der rund 11 000 Hektar Staatswald vollständig aus der Nutzung herausgenommen werden und diese Fläche in 25 Jahren auf 75 Prozent gesteigert wird.

 

Erfolgreiche Bilanzen im Bereich Tourismus gaben Friedrich Sinner, Geschäftsführer des Nationalparks Bayerischer Wald, und Regierungsdirektor Michael Geier, Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle für das Biosphärenreservat Rhön, in der Sitzung weiter.

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Finster

 

 

 

 

Mainpost / Gerolzhofen 14.05.2007 15:30

 

EBRACH

Bürger gehen auf die Barrikaden

 

7.30 Uhr – kaum etwas los. 8 Uhr, Traktoren, Prozessoren und Lastwagen rollen durch das Bamberger Tor. 8.30 Uhr ein Tross setzt sich Richtung Bamberger Tor in Bewegung. Stau! – Ausnahmezustand – kein Durchkommen mehr. Die Polizei sperrt den Ortskern von Ebrach.

 

 

Unter lautstarkem Hupen drehten die Fahrzeuge immer wieder ihre Runden und demonstrierten damit wie viele, die am Straßenrand und vor dem Rathaus standen, gegen den geplanten Nationalpark Steigerwald, der unter anderem Thema einer nichtöffentlichen Sitzung des Naturpark Steigerwald e.V. war.

 

Mit einem Pfeif- und Motorsägenkonzert und Buh-Rufen wurden unter anderem Dr. Georg Sperber und der Bamberger Landrat Dr. Günther Denzler, die als Anschieber des Projekts Nationalparks gelten, empfangen. Einige Demonstranten skandierten „Sperber raus“. Während der ehemalige Leiter des Forstamtes Ebrach relativ leicht ins Rathaus gelangte, musste sich Denzler etwas später seinen Weg durch die Menschentrauben bahnen. Immer wieder wurde er von den Gegnern angesprochen, wobei es zu kurzen, teils heftigen Diskussionen kam.

 

Denzler betonte vehement: „Es geht um den Staatswald.“ – Die Gegner hielten entgegen: „Keiner will doch den Nationalpark.“

 

Und das zeigten sie auch deutlich, indem sie das Treffen im Rathaus durch Lärm zu stören versuchten, sowie zum Beispiel durch markante Transparente an den Fahrzeugen. „Der Steigerwald wird zum Sauwald“, „Wildsau und Fuchs sagen sich bei uns bald 'gute Nacht'“, „Für unseren Steigerwald gibt es keine Aufbauhilfe Ost“, „Wer lügt, der stiehlt! Hände weg vom Steigerwald“, „Ohne Nationalpark mit Naturschutzgebiet“, „National zerstört die Existenz örtlicher Betriebe“, „Nationalpark – wann werden die Bürger gefragt“, war da zu lesen.

 

Organisiert hatten die genehmigte Demonstration Thomas Wirth aus Unterweiler und Bernhard Kraus aus Oberweiler sowie Albrecht Ruß aus Koppenwind. „Wir haben sie am 9. Mai angemeldet im Landratsamt in Bamberg. Am 11. Mai kam das Okay“, erläutert Bernhard Kraus.

 

 

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Gülta

 

 

 

Mainpost / Hassberge, 14.05.2007

 

LKR. HASSBERGE

Nationalpark: "Möglicherweise riesige Chance"

 

Bei der CSU-Kreisdelegiertenversammlung ging Landrat Rudolf Handwerker auch auf die laufende Diskussion um einen Nationalpark Steigerwald ein.

 

 

Bezüglich eines „Nationalpark Steigerwald“ bedauerte Handwerker die Entwicklung. Die Festlegung für oder gegen einen Nationalpark sei noch immer verfrüht. Die emotionale Diskussion führe dazu, dass nicht in Ruhe die Vor- und Nachteile nüchtern gegeneinander abgewogen würden.

 

Die Ausweisung als Nationalpark könne möglicherweise eine riesige Chance für die wirtschaftliche Entwicklung des Raumes sein, so Handwerker. „Da ist es in meinen Augen sogar unsere Pflicht als Kommunalpolitiker, sehr genau zu überlegen und zu analysieren.“

 

Es störe ihn jedoch, wenn eine Idee abgelehnt werde, bevor man genau analysiert habe, was an Entwicklungspotential darin stecke und welche Nachteile tatsächlich damit verbunden wären.

 

 

 

Mainpost Gerolzhofen, 06.05.2007

 

GEROLZHOFEN (NN)

„Gegenargumente nicht herunter spielen“

 

Freien Wähler nehmen Stellung zum geplanten Nationalpark Steigerwald

 

Wie sehr sich die Freien Wähler (FW) mit dem geplanten Nationalpark Steigerwald beschäftigen, zeigte sich in deren Zusammenkunft. Stadtrat Gerd Kirchner, Mitglied des Waldpflege-Ausschusses, informierte über den geplanten Nationalpark.

 

In einer mehrseitigen Stellungnahme nennt Kirchner in Bezug auf den Naturschutz die in einem Nationalpark fehlende Schädlingsbekämpfung. „Menschliche Eingriffe sind in Nationalparks untersagt“, stellte Kirchner klar. „Man versucht zudem, die derzeit geplante Größe und die damit eingeschränkte Nutzung herunter zu spielen“, so das Mitglied der Freien-Wähler. Bei Nationalparks würden 50 Prozent der Flächen aus der Nutzung genommen. „Geplant sei aber, den Nationalpark zum Weltnaturerbe zu machen und somit wären wir bei 75 Prozent“, so Kirchner.

 

Auch im Bereich Klimaschutz wurde Kirchner sehr deutlich, wie aus einer Pressemitteilung der Freien Wähler hervorgeht. Er zitierte in der Versammlung Franz Meyer, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium, der anlässlich des drei-jährigen Bestehens des Holzheizwerkes im Staatsbad Bad Kissingen gesagt habe: „Alle reden vom Klimawandel – Bayern tut etwas“. Dieser Aktionismus des bayerischen Staates, so Kirchner, widerspreche der Einrichtung eines Nationalparks, denn einerseits werde die Nutzung nachwachsender Rohstoffe gefördert und andererseits der Natur dadurch Rohstoff entzogen. Beim Tourismus werde sich nach Ansicht der Freien Wähler auch einiges ändern.

 

Die beiden erklärten Ziele für die Errichtung eines Nationalparkes seien: 1. Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen; 2. Erholung für Touristen. Dies widerspreche sich laut Kirchner schon in sich, denn die gewohnte Bewegungsfreiheit im bisherigen Naherholungsgebiet, dem Naturpark Steigerwald, werde bei Ausweisung eines Nationalparks massiv eingeschränkt beziehungsweise nicht mehr möglich sein. „Wir haben bei uns viele Gäste, die gerade wegen der landschaftlichen Reize und der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit unseren Steigerwald schätzen“, stellte Gerd Kirchner fest. Und auch FW-Mitglied Thomas Zink sagte: „Der Erholungswert für die Menschen unserer Region würde mit dem geplanten Nationalpark massiv eingeschränkt. Das freie Wandern durch den Steigerwald genau wie das Pilzesammeln oder auch Fahrradtouren werden dann nicht mehr möglich sein“.

 

Und außerdem, so Kirchner, würde Steueraufkommen durch die unterbundene Wertschöpfung des Rohstoffs Holz verloren gehen. Zudem müssten auch immense Betriebskosten aufgebracht werden.

 

 

Stellungnahme von Thomas Vizl, geo-net-Stadtrat, in der Stadtratssitzung am 23.04.2007:

 

„Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

 

über einen Artikel im „Fränkischen Tag“ vom 10.03.2007 wurde die Öffentlichkeit informiert, dass der Steigerwald in einer Machbarkeitsstudie des Bundesamtes für Naturschutz hinsichtlich möglicher UNESCO-Welterbe-Anwärter sehr gut bewertet wurde.

 

In einem Schreiben vom 03.04.2007 auf meine Anfrage vom 29.03.2007 an das Bundesumweltministerium, in dem ich um Aufklärung über den Sachstand bat, berichtete das Bundesumweltministerium, dass bereits 1997 eine vom Bundesamt für Naturschutz betreute FÖNAD-Studie über bestehende und potenzielle Nationalparke in Deutschland, seinerzeit die Einrichtung eines Nationalparks als sinnvoll bewertet hatte.

 

Die Frage, ob im Steigerwald ein Nationalpark eingerichtet wird, sollte, so das Bundesumweltministerium, unabhängig von einer Welterbenominierung betrachtet werden.

 

Die Idee ist somit nicht neu, sondern bereits mindestens 10 Jahr alt! Die Urheberschaft kann nicht geklärt werden.

 

Nach den Aussagen in Trossenfurt von Herrn Arnold, Geschäftsführer des Naturpark Steigerwald, soll das Ergebnis Machbarkeitsstudie des Bundesamtes für Naturschutz und eventuelle Folgen daraus in einer Sitzung der Naturparkgremien im Mai 2007 diskutiert werden. In diesem Gremium sind die Landräte des Steigerwaldes, darunter auch unser Landrat vertreten. Vorsitzender ist der Landrat des Landkreises Bamberg, Dr. Günther Denzler.

 

Erst wenn dieses Gremium oder eine Gebietskörperschaft, wie einer der beteiligten Landkreise, einen Antrag stellen würde, käme überhaupt ein Verfahren in Gang.

 

Bisher gibt es – nach meinem Kenntnisstand - keinen Antrag auf Ausweisung eines Nationalparks oder eines Biosphärenreservats. Die Entscheidung über die Erklärung zum Nationalpark ist nach § 22 Bundesnaturschutzgesetz Sache der Bundesländer, das heißt hier des Freistaates Bayern. Ich vermute, dass letztendlich der Landtag als Grundeigentümer und als Parlament entscheiden müsste.

 

Informationen über einen eventuell möglichen Antrag gibt es nur wenige. Gemäß den Berichten in der Presse und den Ausführungen von Dr. Straußberger (Mitglied des Landesvorstands des Bund Naturschutz) gehört zum möglichen Gebiet eines Nationalparks

·           ausschließlich der Staatswald zwischen Ebrach und Eltmann (ca 11.000 ha).

·           Von diesen ca 11.000 ha wäre – so habe ich Dr. Straußberger in Trossenfurt verstanden – nur eine Fläche von ca 4.000 ... 5.500 ha Kernzone, dass heißt komplett aus jeder Nutzung herausgenommen.

·           Kommunale, Körperschafts- und Privatwälder, somit auch der Gemeinsame Bürgerwald und der städtische Wald wären nach dem Erkenntnisstand der Veranstaltung in Trossenfurt nicht betroffen.

 

Nach Ausführungen und Erfahrungen des Vertreters der privaten Waldbesitzer achten die Nationalparkverwaltungen in Bayern strikt darauf, negative Auswirkungen aus dem Nationalpark auf benachbarte kommunale und private Wälder zu vermeiden.

 

Aufgrund des geringen allseitigen Kenntnisstandes können in der aktuellen Diskussion die Vor- und Nachteile, Risiken und Chancen einer Ausweisung als Nationalpark oder Biosphärenreservat (wie die Rhön) nur angerissen werden:

·           Natur- und Artenschutz

·           Energieressource Holz

·           Landwirtschaft

·           Forstbetriebswirtschaftliche Aspekte

·           Regionale und örtliche Entwicklung

·           Gewerbe, Holzwirtschaft

·           Tourismus

·           Außendarstellung der Region

·           Arbeitsplätze

Die Liste ist sicherlich nicht erschöpfend und die Reihenfolge willkürlich.

 

Falls ein Verfahren beantragt und eingeleitet wird, müssen diese Punkte nach meiner Ansicht ausführlich untersucht, bewertet und diskutiert werden. Dabei sind die verschiedenen Interessengruppen, die Kommunen und Verbände, aber insbesondere auch die Bevölkerung in die Diskussion mit einzubeziehen.

 

Im Falle eines Antrags werden die zuständigen Ministerien sicherlich die Initiative ergreifen und die entsprechenden Untersuchungen beauftragen.

 

Vor der Stellung eines Antrages und vor dem Vorliegen entsprechender Ergebnisse der Untersuchungen halte ich eine Stellungnahme der Stadt Gerolzhofen, basierend auf vage Vermutungen und unzureichenden Informationen für verfrüht und nicht sinnvoll. Die Diskussion in Trossenfurt hat gezeigt, dass die Emotionen bei diesem Thema leicht hochkochen und es sehr schwierig ist, sachlich zu einem Ergebnis zu kommen.

 

Persönlich bin ich aufgrund der fehlenden Grundlagen und Informationen nicht in der Lage, eine endgültige Bewertung in diese oder jene Richtung vorzunehmen.

 

Da kein Antrag vorliegt und wir nur über unzureichende Informationen verfügen, schlage ich vor, vorerst keinen Beschluß über eine Stellungnahme zu fassen.“

 

(Der Vorschlag wurde im Stadtrat abgelehnt und mit 20 zu 1 Stimme eine Resolution gegen einen möglichen Nationalpark angenommen.)

 

 

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 06.04.2007 12:30

 

TROSSENFURT

Pro und contra Nationalpark

 

Eine große Informationsveranstaltung zum geplanten Nationalpark Steigerwald findet am Donnerstag, 12. April, um 19.30 Uhr im Oberaurach-Zentrum in Trossenfurt statt.

 

 

 Wie mehrfach berichtet, gibt es Überlegungen, eine Fläche von rund 11 000 Hektar des Steigerwalds zum Nationalpark zu erklären. Da es in der Bevölkerung offenbar großen Informationsbedarf gibt, beschlossen der Bayerische Gemeindetag, die Forstwirtschaftliche Vereinigung und der Bayerische Bauernverband Haßberge, gemeinsam die Informationsveranstaltung zu organisieren.

 

Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, Josef Mend, hat dazu mehrere Fachleute eingeladen, natürlich auch Landrat Rudolf Handwerker und die Landräte aus den Landkreisen Bamberg, Schweinfurt und Kitzingen sowie die betroffenen Bürgermeister.

 

Über die Bedeutung eines Nationalparks und die rechtlichen Regelungen soll der Präsident der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft Weihenstephan, Olaf Schmidt, aufklären. Der ehemalige Leiter des Forstamts Ebrach, Dr. Georg Sperber, wird darlegen, warum der Bund Naturschutz die Ausweisung eines Nationalparks befürwortet.

 

Auf der Referenten-Liste stehen außerdem der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Haßberge, Klaus Merkel, und Dr. Veit Welsch vom Verband der Holzwirtschaft in Bayern. Die Landespolitik wird ebenso zu Wort kommen wie die Forstwirtschaftliche Vereinigung. Nach den Referaten wird ausgiebig Raum zur Diskussion gegeben sein.

 

Jeder, der sich für die Thematik Nationalpark Steigerwald interessiert, ist willkommen zu dieser Informationsveranstaltung. Unter anderem wird es darum gehen, ob die Ausweisung zum Nationalpark der richtige Weg für den Steigerwald ist, oder ob nicht ein Biosphärenreservat die passendere Schutzmaßnahme wäre.

 

 

 

Auf eine Anfrage von geo-net antwortet das Bundesumweltministerium am 03.04.2007:

 

Sie schreiben, dass Sie der regionalen Presse entnehmen konnten, dass es im Bundesumweltministerium Überlegungen gibt, Teile des Steigerwaldes (Ober-/Mittel-/Unterfranken) zum Nationalpark auszuweisen und als Weltnaturerbe anzumelden.

 

Richtig ist nach meinem Kenntnisstand, dass nicht das Bundesumweltministerium, sondern der Bund Naturschutz (BN) eine Initiative fränkischer Regionalpolitiker unterstützt, die sich dafür einsetzen, Teile des Naturparks Steigerwald zu einem Nationalpark auszuweisen (siehe auch http://www.bund-naturschutz.de/steigerwald.html ). Nach § 22 Bundesnaturschutzgesetz ist die Erklärung zum Nationalpark übrigens Sache der Bundesländer.

 

Eine Machbarkeitsstudie des Bundesamtes für Naturschutz hinsichtlich möglicher UNESCO-Welterbe-Anwärter hatte die Aufgabenstellung, potenzielle Gebiete für eine UNESCO-Weltnaturerbenominierung eines ausgewählten deutschen Buchenwaldclusters zu ermitteln und in enger Anlehnung an die Vorgaben und Vorgehensweisen des UNESCO-Welterbeübereinkommens und seiner Durchführungsrichtlinien deren Chancen zu bewerten. Dabei sollte eine realistische Einschätzung möglicher Probleme und Hindernisse einer Nominierung vorgenommen  sowie Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

 

Im Ergebnis der Machbarkeitsstudie werden fünf deutsche Buchenwaldgebiete für geeignet gehalten, als Teil eines deutschen Buchenwaldclusters zu einer UNESCO-Weltnaturerbenominierung beizutragen. Es handelt sich um ausgewählte Gebiete des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalparke Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen sowie um das Totalreservat Grumsiner Forst im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Diese Gebiete verfügen über einen für eine Welterbenominierung zwingend erforderlichen Schutzstatus. Eine deutsche Buchenwaldnominierung wird nur im Rahmen einer transnationalen seriellen Nominierung als Erweiterung der zurzeit laufenden ukrainisch-slowakischen Nominierung „Buchenurwälder der Karpaten“ als Erfolg versprechend bewertet. Nur Gebieten, die diese Nominierung sinnvoll ergänzen können, wird eine Chance beigemessen.

 

Die Frage, ob im Steigerwald ein Nationalpark eingerichtet wird, sollte unabhängig von einer Welterbenominierung betrachtet werden. Die vom Bundesamt für Naturschutz betreute FÖNAD-Studie über bestehende und potenzielle Nationalparke in Deutschland, Angewandte Landschaftsökologie 10, 1997, S. 325 – 327, hatte seinerzeit die Einrichtung eines Nationalparks als sinnvoll bewertet.

 

 

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 04.04.2007 17:48

 

KNETZGAU

Energie, die ständig nachwächst

 

Neuland auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe betrat die Gemeinde Knetzgau dieser Tage mit der Anpflanzung eines Versuchsgartens für Energiewaldpflanzen. Die Initiative „Energiewald“ ging vom Agenda 21-Beauftragten der Gemeinde Knetzgau, Gerhard Thein, aus. Unterstützt wird das Projekt vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt und von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft.

  

Ein Energiewald sei eigentlich nichts anderes, als der in Mitteleuropa seit 2000 Jahren bekannte Niederwald zur Brennholzerzeugung, erläuterte Gerhard Thein bei der Anpflanzung am Dienstag. Der Unterschied liegt in den Pflanzen. Im Energiewald wachsen züchterisch bearbeitete Sorten der Balsampappel. Schon nach fünf Jahren kann die erste „Ernte“ erfolgen. Und ähnlich wie etwa bei Weiden wachsen aus den abgeernteten Stöcken neue Triebe nach. In Energiewäldern kann also mehrmals geerntet werden. Nach dem Prinzip „einmal pflanzen, mehrmals ernten“ wird Holz über einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren erzeugt.

 

Auch gibt es mehrere Möglichkeiten der Ernte: die Maschinenernte im Jugendstadium des Holzes, zur Verfeuerung in Hackschnitzelheizungen, oder nach zehn bis 15 Jahren mit der Motorsäge als Brennholz. Die Balsampappel erreicht trotz ihres schnellen Wachstums einen Brennwert von etwa 75 Prozent der herkömmlichen Buche.

 

Da in den vergangenen Jahren die Brennholzpreise recht günstig waren, war diese Möglichkeit der Brennholzgewinnung in den Hintergrund getreten, so Thein. Die Situation habe sich jedoch grundlegend gewandelt. Die jetzigen Preise für Brennholz, Strom, Gas und Heizöl und die zu erwartenden Steigerungen machten ein Umdenken erforderlich. Deshalb habe er für seinen Vorschlag, Energiewälder anzubauen, beim Bürgermeister und im Gemeinderat offene Ohren gefunden.

 

Die Gemeinde stellte für den Versuchsgarten ein Gemeindegrundstück in Richtung Hainert zur Verfügung, die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising steuerte auf Vermittlung von Forstoberrat Franz Eder rund 300 Stecklinge bei.

 

Der Versuchsgarten ist mittlerweile angelegt und muss noch eingezäunt werden. Nach etwa einem halben Jahr braucht die Anlage keine Pflege mehr.

 

Der Mutter- beziehungsweise Versuchsgarten soll zeigen, welche Stecklinge für den weiteren Anbau besonders geeignet sind. Die Umsetzung der Idee in relativ kurzer Zeit sei nur durch die Hilfe und unbürokratische Unterstützung aller Beteiligten möglich. Thein dankte daher Bürgermeister Werner Schneider und dem gesamten Gemeinderat, Forstoberrat Franz Eder, dem für Knetzgau zuständigen Förster Albrecht Hartung und dem Landesamt.

 

Auch freute sich Thein, dass der Gemeinderat und Landwirt Josef Bauer das Vorhaben von Anfang an fachkundig unterstützte. Die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs pflanzten die Stecklinge und bauen jetzt noch den Zaun.

 

Thein zeigte sich überzeugt, dass in den kommenden Jahren eine starke Nachfrage nach Stecklingen für Energiewaldpflanzen entsteht, schon jetzt gebe es Engpässe. In einigen Jahren werden nach seiner Überzeugung Energiewälder ebenso zum Landschaftsbild gehören, wie heute Raps- oder Sonnenblumenfelder. Sollte der Steigerwald wirklich zum Nationalpark erklärt werden, werde der Wert von Energiewäldern noch stärker steigen.

 

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

 

 

 

 

aus http://www.bund-naturschutz.de/steigerwald.html

 

Nationalpark Steigerwald

 

Bund Naturschutz für Frankens ersten Nationalpark

 

Der Bund Naturschutz (BN) setzt sich schon seit Jahrzehnten für Nationalparke in Bayern ein. Der Nördliche Steigerwald ist nach Ansicht des BN geradezu prädestiniert als erster fränkischer Nationalpark ausgewiesen zu werden, weil er eine Reihe von hervorragenden Eigenheiten aufweist.

 

Auf über 11.000 Hektar befinden sich zwischen Ebrach, Gerolzhofen und Eltmann Buchenwälder überwiegend in einem ökologisch hochwertigen Zustand, was unter anderem durch ein aktuelles Gutachten des Bundesamtes für Naturschutz bestätigt wird. Außerdem sind die Wälder fast ausschließlich im Staatsbesitz und weitgehend von Verkehrseinrichtungen unzerschnitten. „Wir unterstützen die Initiativen aus der Region und begrüßen insbesondere das Engagement des Bamberger Landrates Dr. Günther Denzler“, so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN. Ein Nationalpark Steigerwald wäre eine großartige Chance für den Naturschutz in Deutschland und ein wichtiges Signal Bayerns für die internationale Biodiversitätskonferenz, die als Folgekonferenz von Rio im Mai 2008 in Bonn stattfindet.

 

Hervorragende Naturausstattung

„Der Steigerwald ist das ökologisch wertvollste Laubwaldgebiet Bayerns“, so  Georg Sperber, der langjährige Forstamtsleiter von Ebrach und einer der besten Kenner des Steigerwaldes. Diese Einschätzung wurde durch eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz eindrucksvoll bestätigt. „Die hervorragenden Naturausstattung der Wälder mit einer Reihe von  Schutzgebieten und Naturwaldreservaten ist mittlerweile bestens wissenschaftlich untersucht“, berichtet Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN.

 

Besondere Verantwortung für Buchenwälder

Eine Laubwaldfläche von über 11.000 Hektar im Eigentum des Freistaats Bayern, die geringe Zerschneidung durch Straßen und Siedlungen, sind entscheidende Pluspunkte, die für ein Großschutzgebiet sprechen und sogar eine Meldung des Steigerwaldes als Weltnaturerbe ermöglichen könnten. Mit der Ausweisung als Nationalpark könnte das Bundesland Bayern seiner besonderen Verpflichtung nachkommen, Buchenwälder zu schützen. Die Baumart Buche hat ein begrenztes Verbreitungsgebiet mit Schwerpunkt in Mitteleuropa. Deutschland und hier gerade das Flächenland Bayern liegen im Zentrum dieses Verbreitungsgebietes und haben deshalb eine besondere Verantwortung, die Buchen- und Laubmischwälder zu schützen.

 

Mögliches Welterbe

Nicht weniger als 85 Prozent Bayerns wären von Natur aus mit Buchen bedeckt, alte Buchenmischwälder wären weit verbreitet. Aktuell ist die Buche in Bayerns Wäldern nur mit zwölf Prozent beteiligt und  im Vergleich zu anderen Bundesländern mangelt es vor allem an alten Beständen mit starken Buchen. „Wir sehen deshalb besonders den Freistaat Bayern als Eigentümer der Waldflächen in der Pflicht, den internationalen Verpflichtungen nachzukommen und wenigstens einen kleinen Teil unseres Bürgerwaldes als Weltnaturerbe einzubringen“, so Hubert Weiger.

 

Hohes touristisches Potenzial

Ein Nationalpark Steigerwald würde  die beste Möglichkeit bieten, Buchenurwälder, wie sie von Natur für  Bayern typisch waren,  für die Bevölkerung erlebbar zu machen.  Für eine strukturschwache Region kann dies eine riesige Chance sein, wenn die sich bereits abzeichnende Rückbesinnung auf die Vorzüge eines Urlaubs in der Heimat Möglichkeiten eröffnet, das hohe touristische Potential natürlich belassener Landschaften zu nutzen. Ein Buchennationalpark könnte Kerngebiet eines aus dem Naturpark heraus zu entwickelnden Biosphärenreservates als Modellregion Steigerwald werden. Hier fände sich die ganze natürliche und kulturelle Vielfalt dieser liebenswürdigen Landschaft im Herzen Frankens. Der BN unterstützt die Initiativen führender Kommunalpolitiker aus der Region, ist es doch entscheidend, dass das Verständnis für solche zukunftsträchtigen Vorhaben  auch in der Bevölkerung vor Ort verankert wird.

 

 

Rückfragen

Dr. Ralf Straußberger

BN-Waldreferent

Tel 09 11 / 8 18 78 22,

ralf.straussberger(at)bund-naturschutz.de

 

 

Mainpost / Das Thema 03.04.2007

 

GEROLZHOFEN

Nationalpark stößt auf große Skepsis

 

Fast hätte es der Steigerwald mit seinen prächtigen Buchen auf Anhieb in die Liste der Neuaufnahmen in das Weltnatur-erbe der Menschheit geschafft. Der Einstufung der Baumbestände liegt eine Studie der Bundesregierung zugrunde, in der der Wald rund um Ebrach (Lkr. Bamberg) die Note 2,7 erhält – besser als zum Beispiel das Biosphärenreservat Schorfheide in Brandenburg mit der Note 3,1, das bereits auf einer vorläufigen Vorschlagsliste steht.

 

 

Das Sonderbare bei diesem Nominierungsvorgang: Fast niemand in der Region wusste davon. Den ersten Vorstoß unternommen hat der Bamberger Landrat Günther Denzler (CSU), unterstützt vom Bund Naturschutz. Besonders Denzler strebt an, dass der Steigerwald bis 2009 auf die Liste für das Weltnaturerbe bei der UNESCO in Paris kommt. Dafür müsste allerdings vorher ein Großschutzgebiet mit 11 000 Hektar entweder in Form eines Nationalparks oder eines Biosphärenreservats entstehen. Denzler hofft auf einen „Riesenschub“ für die Region, wenn zum Weltkulturerbe Bamberg auch noch das Weltnaturerbe Steigerwald käme.

 

Weniger euphorisch sieht das der Schweinfurter Landrat Harald Leitherer (CSU), der nur zufällig von den Nationalpark-Plänen erfuhr. „Man wird zu diskutieren haben, ob das wirklich so schön ist, wie mein Kollege das sagt“, geht Leitherer deutlich auf Distanz.

 

„In einem Nationalpark kann der Wald überhaupt nicht mehr bewirtschaftet werden“, weist Leitherer auf eine weitreichende Veränderungssperre hin. Es gelte nun, Tourismus-Chancen gegen zu erwartende wirtschaftliche Nachteilen abzuwägen.

 

Reinhardt Neft, einer von drei Vorständen der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg, zeigt sich zunächst beeindruckt vom Vorschlag, den Steigerwald ins Weltnaturerbe aufzunehmen, sei das doch ein Beweis für die naturnahe Waldbewirtschaftung im Staatsforst.

 

Neft sagt aber auch, dass ein Nationalpark Steigerwald große Beeinträchtigungen für die heimische Bevölkerung bringen würde. „Wir haben in diesem Jahr 15 000 bis 20 000 Ster Brennholz an die Leute abgegeben. Das würde in einem Nationalpark nicht mehr möglich sein.“

 

Auswirkung auf Nachbarn

Obwohl „sein“ Wald nicht direkt zum geplanten Nationalpark gehören würde, befürchtet Volker Conrad (Gerolzhofen), Revierleiter für den 800 Hektar großen Gemeinsamen Bürgerwald Gerolzhofen/Dingolshausen, Auswirkungen auf die kommunalen und privaten Wälder, die den Staatswald umgeben. Im Naturpark wäre beispielsweise keine Schädlingsbekämpfung erlaubt. Eine solche wäre damit auch im Bürgerwald ziemlich sinnlos, weil ständig „Nachschub“ aus der Nachbarschaft käme. Der Gemeinsame Bürgerwald trennt den geplanten Nationalpark in zwei Teile (siehe Grafik unten).

 

„Wo soll denn der Rohstoff Holz noch herkommen. Wir tun gerade so, als wären wir im Paradies“, lässt auch Robert Wächter, Vorsitzender des Waldpflegeausschusses für den Gemeinsamen Bürgerwald, kein gutes Haar an den Nationalpark-Plänen, die für ihn Richtung Enteignung des Waldbesitzers gehen.

 

Vom Naturpark völlig „eingekesselt“ wäre die Gemeinde Rauhenebrach mit ihren vielen kleinen Ortsteilen. Bei Bürgermeister Oskar Ebert haben schon besorgte Bürger angerufen, die gerade wegen des Holzreichtums in der Gegend in der Gemeinde gebaut haben und ihre Häuser mit Holzheizung wärmen. Der Bürgermeister glaubt, eine Salamitaktik der Befürworter zu erkennen, die erst einmal eine Kernzone schaffe und später andere Wälder einschließen werde.

 

Säger sorgen sich

Große Sorgen machen sich auch die vielen kleinen Sägewerksbesitzer im Steigerwald. Dietmar Zipfel aus dem Rauhenebracher Ortsteil Geusfeld bearbeitet nur Hölzer aus einem Umkreis von 20 Kilometer. „Holz weiter zu transportieren, sehe ich nicht ein.“ Er würde, wenn der Nationalpark käme, seine Säge wohl schließen. Im Gegensatz zu vielen Kollegen hat Zipfel aber ein zweites Standbein, eine Zimmerei.

 

Der Verband Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen wendet sich ebenfalls gegen den Nationalpark. „Der Wald ist ein Wirtschaftsfaktor“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag.

 

Der Privatwaldbesitzer und Landtagsabgeordnete Sebastian Freiherr von Rotenhan (CSU) sagt: „Dort, wo man den Wald sich selbst überlassen hat, wie zum Beispiel in Obersteinbach, kann der Bürger den Wald gar nicht mehr betreten. Herunterfallende Äste oder gar umstürzende Bäume stellen ein Risiko dar, das keine Haftpflicht zu versichern bereit ist.“

 

Als „grob fahrlässigen Unfug ersten Ranges und eine Katastrophe für die Region“ bezeichnet der Landtagsabgeordnete Gerhard Eck (CSU) die Nationalpark-Pläne. Er kann nirgends Vorteile sehen. Wege würden zurückgebaut, für die Öffentlichkeit gebe es nur noch kleine Pfade.

 

Beim Landtag wird nun die Entscheidung liegen, ob der Steigerwald Nationalpark wird oder nicht.

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Finster

 

 

 

 

Mainpost / Das Thema 03.04.2007 01:32

 

HASSFURT/BAMBERG (KK)

 

Artenvielfalt im Laubwald

  

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) unterstützt die Initiative des Bamberger Landrats Günther Denzler (CSU) für einen Nationalpark Steigerwald voll und ganz.

 

„Das ist eine historische Chance für die Erhaltung eines nationalen Erbes“, so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN Bayern. Denn so würde in den Laubwald nicht mehr durch den Menschen eingegriffen. „Die Artenvielfalt zu erhalten, das ist eine zentrale Verpflichtung für unsere Generation, die in Deutschland auch gesetzlich festgelegt ist“, so Weiger weiter.

 

Georg Sperber vom BN, der ehemalige Forstamtsleiter von Ebrach, kennt im Steigerwald jeden Baum und jeden Bach. An einer uralten Eiche zeigt er, wie wichtig der Naturschutz hier ist: „In dem Baum leben Waldkäuze, aber vor allem der Eremit.“ Dies sei ein äußerst seltener Käfer. Auch Uhus, Waldkäuze oder Eisvögel gibt es hier.

 

Für die Anwohner, die mit Holz heizen, sieht Sperber, dessen Haus ebenfalls eine Holzheizung hat, keine Probleme: „Es werden nur etwa 6000 Hektar aus der Nutzung genommen. Im Moment werden hier aber 51 000 Hektar bewirtschaftet.“

 

Ranger als Führer

Ähnlich wie im Nationalpark Bayerischer Wald, den Sperber mit aufgebaut hat, sollen Ranger interessierten Menschen die Natur genau erklären. An einem Steilhang, an dem unter 200 Jahre alten Buchen viele Leberblümchen zu finden sind, erläutert er: „Hier ist fast nie jemand unterwegs, weil es so steil ist. Mit einem schönen gesicherten Weg können wir den Menschen auch die Schönheit des Waldes zeigen.“ An anderen Stellen solle dagegen die Natur in Ruhe gelassen werden.

 

Tote Bäume müssten stehen oder liegenbleiben dürfen. Denn sie bieten nicht nur vielen Tieren, sondern zum Beispiel auch Baumpilzen einen Lebensraum. Die 11 000 Hektar, um die es geht, würden zudem vollständig den Bayerischen Staatsforsten gehören: „Da wird jetzt Stimmung gemacht bei den Waldbesitzern, aber für die würde sich gar nichts ändern“, so Sperber.

 

Zu den absoluten Befürwortern des Nationalparks gehört auch Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider. Er hofft, dass seine Gemeinde zum Standort für die Nationalparkverwaltung mit 200 bis 220 Mitarbeitern wird. Daneben setzt er auf touristischen Aufschwung.

 

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 30.03.2007

 

LKR. HASSBERGE

Landrat zum Nationalpark: „Erst in der Phase der Meinungsbildung"

 

Landrat Rudolf Handwerker hat erstmals öffentlich Stellung genommen zu den Überlegungen, auf dem Steigerwald-Hochplateau zwischen Zabelstein und Ebrach ein rund 11 000 Hektar großes striktes Schutzgebiet, einen so genannten Nationalpark, auszuweisen (wir berichteten bereits mehrfach). 

 

In einem Gespräch mit dieser Zeitung bemühte sich Handwerker am Freitagnachmittag, die Wogen der Empörung zum Beispiel bei betroffenen Gemeinden und Waldbesitzern zu glätten.

Wichtig sei es jetzt, so der Landrat, den Druck aus der Diskussion herauszunehmen. Es sei ja schließlich noch kein Beschluss gefallen, man sei nicht einmal in ein Antragsverfahren eingestiegen. Der bloße Vorschlag des Bamberger Landrats Günther Denzler, über ein Biosphärenreservat oder einen Nationalpark nachzudenken, um damit als Weltnaturerbe der UNESCO anerkannt zu werden, habe plötzlich durch Medienberichte eine eigene Dynamik bekommen.

Man befinde sich momentan aber immer noch in der allerersten Phase der Information und Meinungsbildung. Dies gelte auch für ihn persönlich. Berichte, wonach er sich euphorisch für einen Nationalpark Steigerwald ausgesprochen habe, seien nicht zutreffend.

Entsprechende Gespräche mit den Bürgermeistern der Fünf-Sterne-Gemeinden und Vertretern des Bund Naturschutz haben dieser Tage schon stattgefunden. Er sei sich dabei mit den Bürgermeistern, insbesondere mit dem Rauhenebracher Gemeindechef Oskar Ebert, einig gewesen, dass man nun erst einmal nüchtern und sorgfältig prüfen müsse, welche Vor- und Nachteile die Ausweisung eines solchen Gebiets habe.

Man dürfe bei der ganzen Diskussion auch nicht übersehen, so Rudolf Handwerker, dass die ins Auge gefassten 11  000 Hektar Waldfläche nur ein kleiner Bruchteil des gesamten Waldgebiets sei. Der Landrat abschließend: „Es gibt noch keine konkreten Entscheidungen, denn wir wissen noch nichts konkretes.“

Unterdessen hat am Freitag der Verband Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen sich schon mal gegen einen Nationalpark im Steigerwald ausgesprochen. „Der Wald ist ein Wirtschaftsfaktor“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die umliegenden Sägewerke und deren Kunden seien auf das Forstgebiet angewiesen. Auch der Staat profitiere schließlich von Steuereinnahmen durch die Holz verarbeitende Industrie.

Darüber hinaus, so der Verband, gebe es inzwischen bereits genügend Nationalparks in Deutschland. Ein weiterer Nationalpark bei Ebrach könne daher keine Einmaligkeit für sich beanspruchen, hieß es. Insbesondere befinde sich bereits ein anderer Buchen-Nationalpark im benachbarten Thüringen.

 

 

Mainpost / Franken 30.03.2007  

 

EBRACH/MÜNCHEN

Holzwirtschaftsverband gegen Nationalpark Steigerwald

 

Der Verband Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen wendet sich gegen einen Nationalpark im Steigerwald. "Der Wald ist ein Wirtschaftsfaktor", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung. 

 

 

Die umliegenden Sägewerke und deren Kunden seien auf das Forstgebiet angewiesen. Auch der Staat profitiere von Steuereinnahmen durch die Holz verarbeitende Industrie.

 

Darüber hinaus gebe es inzwischen bereits genügend Nationalparks in Deutschland. Ein weiterer Nationalpark bei Ebrach (Landkreis Bamberg) könne daher keine Einmaligkeit für sich beanspruchen, hieß es. Insbesondere befinde sich bereits ein Buchen-Nationalpark im benachbarten Thüringen.

 

Der Bund Naturschutz (BN) hatte vor wenigen Tagen seine Unterstützung für die Initiative des Bamberger Landrates Günther Denzler ausgesprochen, den Nördlichen Steigerwald zum Nationalpark zu machen. Der BN wies darauf hin, dass mit 11000 Hektar nur ein Bruchteil der forstwirtschaftlich genutzten Flächen des Steigerwaldes umgewidmet werden solle.

 

 

dpa/lby

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 29.03.2007

 

LKR. HASSBERGE

Freie Wähler empört über Pläne für Nationalpark

 

Empörung herrschte bei der Mitgliederversammlung der Wählergemeinschaft Haßberge darüber, wie derzeit quasi durch die Hintertür versucht werde, den Steigerwald als Nationalpark auszuweisen. Oskar Ebert informierte die Mitgliederversammlung darüber, dass selbst die betroffenen Bürgermeister von der Entwicklung überrascht wurden.

 

Er selbst habe von den Bestrebungen erfahren durch die Einladung zur Vorstandssitzung des Naturparks Steigerwald im Mai, bei der bereits über den Antrag abgestimmt werden soll.

Nationalpark, das bedeute, so Ebert, dass 11 000 Hektar Waldfläche von jeder Nutzung ausgenommen werden. Das werde vor allem auch das Brennholzangebot weiter verknappen. Jahrelang habe man seitens der Bayerischen Staatsregierung um die Nutzung des Holzes als nachwachsendem Rohstoff geworben. Viele Privathaushalte hätten seitdem mit großem finanziellen Aufwand ihre Heizungssysteme umgestellt und kämen in große Schwierigkeiten.

Auch die Auswirkungen auf die Jagd seien unklar und sicher werde aufgrund einer wachsenden Wildschweinpopulation auch die Landwirtschaft sehr beeinträchtigt.

Geworben werde mit den Touristenströmen, die Nationalparks zu erwarten hätten. Diese zweifelt Ebert an, denn der Steigerwald werde von Tourismusexperten bereits jetzt gut bewertet – in einem Zustand, zu dem alle Waldbesitzer durch einen rücksichtsvollen, nachhaltigen  und verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur beitrugen. Nach der Zeitungsveröffentlichung und einem Fernsehbeitrag habe bei ihm am Wochenende das Telefon kaum noch still gestanden, so Ebert. Die Steigerwald-Gemeinden sähen den Nationalpark sehr kritisch. In der Mitgliederversammlung signalisierten auch die Vertreter aus dem Haßberge-Bereich ihre Solidarität und Unterstützung.

Als BBV-Geschäftsführer bestätigte auch Gerhard Eller das Befremden darüber, „dass man Pläne von solchem Umfang aus der Zeitung erfahren muss“. Von Landrat Denzler aus Bamberg, der zu den Initiatoren gehört, warte der BBV noch auf Antwort. Hier werde einfach über Eigentum und das Wohl und Wehe von Teilen der Bevölkerung verfügt, so Eller, ohne die am meisten Betroffenen zu hören. Die Nationalparks, die er kenne, seien „so gut wie eingezäunt“, der ökologische Vorteil eines Urwalds bleibe fraglich. Eller sieht ebenfalls die Gefahr einer weiteren Holzverknappung. Das laufe auch den Bemühungen um die Biomasse-Nutzung im Rahmen von Leader+ entgegen. Nicht nur er zeigte sich enttäuscht darüber, wie hier wieder einmal „die Demokratie mit Füßen getreten wird“.

Oskar Ebert bat um zahlreiche Teilnahme an einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Gemeindetags zu diesem Thema am 12.  April um 19.30 Uhr im Oberaurach-Zentrum in Trossenfurt. Die Freien Wähler wollen sich dafür stark machen, dass die Belange der betroffenen Kommunen, Grundbesitzer und der Bevölkerung allgemein gewahrt werden.

 

 

 

Mainpost / Franken 28.03.2007 13:00

 

HASSFURT/BAMBERG (KK)

Für einen Nationalpark Steigerwald

 

Die jahrhundertealten naturnahen Buchenbestände des Nördlichen Steigerwalds sollen zu Frankens erstem Nationalpark werden (wir berichteten), dafür soll ein etwa 11 000 Hektar großes Gebiet zwischen Ebrach, Gerolzhofen und Eltmann ausgewiesen werden. Jetzt unterstützt auch der Bund Naturschutz in Bayern (BN) die Initiative des Bamberger Landrats Günther Denzler (CSU). Nach Ansicht des BN könnte es eventuell schon 2008 so weit sein.

 

„Das ist eine historische Chance für die Erhaltung eines nationalen Erbes“, sagte Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN Bayern, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bamberg. Neben neuen Arbeitsplätzen bringt ein Nationalpark erfahrungsgemäß auch Fördergelder in die Region, so Weiger weiter.

 

Besonders wichtig ist die Ausweisung eines Nationalparks für die Erhaltung der Artenvielfalt, erklärte Georg Sperber vom BN, der ehemalige Forstamtsleiter von Ebrach und ein besonderer Kenner des Steigerwalds. In unbewirtschafteten Gebieten gebe es unter anderem den Kolkraben wieder, und auch der Berliner Prachtkäfer wurde bereits gesichtet: „Der Steigerwald ist das ökologisch wertvollste Laubwaldgebiet Bayerns.“

 

Sollte der Nationalpark kommen, werden die Menschen das Gebiet unter sachkundiger Führung von Rangern und wohl nur noch auf ausgewiesenen Wegen betreten dürfen. „Es gibt keinen Naturschutz der höchsten Kategorie ohne Einschränkungen“, erklärte Weiger. Aber man wolle keinen eingezäunten Nationalpark. Zudem würden von den 128 000 Hektar des staatlichen Forstgebiets ja nur etwa 11 000 zum Nationalpark werden.

 

 

Mainpost / Gerolzhofen 28.03.2007 04:02

 

GEROLZHOFEN (FI)

Nachteile für Waldbesitzer

 

Die Haltung der Bürgermeisterin Irmgard Krammer hinsichtlich des in der Diskussion stehenden Nationalparks Steigerwald wollte 2. Bürgermeister Robert Wächter erkunden, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Waldpflegeausschusses für den Gemeinsamen Bürgerwald Gerolzhofen/Dingolshausen ist. „Ein Nationalpark Steigerwald wäre ein gewaltiger Eingriff ins Eigentum“, sagte Wächter. Der Brennholzeinschlag würde beispielsweise wegfallen.

 

Bürgermeisterin Irmgard Krammer will die genaue Sachlage erst in Gesprächen mit Förster Volker Conrad recherchieren. In einer ersten Einschätzung sieht auch das Stadtoberhaupt eine Benachteiligung für Waldbesitzer.

 

Wie berichtet, könnte der Steigerwald schon bald bei der Unesco in Paris zur Aufnahme ins Weltnaturerbe gemeldet werden. Verfechter sind bisher der Bamberger Landrat Günther Denzler und sein Haßfurter Kollege Rudolf Handwerker, während der Schweinfurter Landrat Harald Leitherer dem Vorstoß skeptischer gegenübersteht.

 

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 27.03.2007

 

Naturschützer unterstützen den Nationalpark Steigerwald

 

LKR. HASSBERGE Die naturnahen Buchenbestände des Steigerwalds werden vielleicht schon bald zum Nationalpark (wir berichteten). Dafür setzt sich jetzt auch der Bund Naturschutz massiv ein und unterstützt die Initiative des Bamberger Landrats Günther Denzler (CSU). Dagegen sehen Privatwaldbesitzer und Vertreter der Forstwirtschaft dieses Anliegen äußerst kritisch. 

 

„Ursprünglich waren große Teile Deutschlands mit Buchen bedeckt. Der Nationalpark wäre eine historische Chance für die Erhaltung eines nationalen Erbes“, erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz  in Bayern (BN), gestern auf einer Pressekonferenz in Bamberg. Da sich der Schwerpunkt des Buchenvorkommens in Mitteleuropa befinde, habe man eine besondere Aufgabe, diese zu schützen. Im Idealfall wäre der Steigerwald 2008 dann eventuell schon Nationalpark.

In den nächsten Wochen werden Vertreter des BN verstärkt auf die Bevölkerung und die Kommunalpolitiker zugehen. Denn: „Die Region muss hinter der Zielsetzung stehen“, so Weiger. Nach Angaben des BN würde ein Nationalpark für den Tourismus große Vorteile bringen, gerade in Kombination mit dem Weltkulturerbe Bamberg. Und auch zusätzliche Arbeitsplätze seien in der Vergangenheit mit neuen Nationalparks entstanden.

„Seit 1998 gibt es im Steigerwald den Kolkraben wieder, es gibt Mittelspechte und Eisvögel, es gibt Steinforellen, und auch der Berliner Prachtkäfer ist vor zwei Jahren das erste Mal in Bayern gesichtet worden, und zwar im Steigerwald“,  erläutert Georg Sperber, der frühere Forstamtsleiter von Ebrach.

Diese Artenvielfalt lässt sich in den unbewirtschafteten Wäldern des Naturschutzgebietes bei Prüßberg heute schon erkennen. „Um schönen Buchenwald zu sehen, muss man nicht in die Karpaten fahren“, so Sperber, der den Steigerwald als ökologisch wertvollstes Laubgebiet Bayerns einstuft, eine Einschätzung, die auch das Gutachten des Bundesamts für Naturschutz bestätigte.

Ganz anders sieht die Situation dagegen zum Beispiel auch der Landtagsabgeordnete Sebastian Freiherr von Rotenhan (CSU): „Das Waldgesetz erlaubt es, alle Wälder frei zu betreten und die Menschen genießen das.“ Von Rotenhan befürchtet, dass man sich im Nationalpark nur noch auf ganz bestimmten Wegen fortbewegen dürfte. Und auch für den Klimaschutz sieht er Nachteile: „Im Steigerwald wachsen jedes Jahr etwa 100  000 Kubikmeter Holz, die dann ungenutzt blieben. Es darf doch nicht wahr sein, dass sich Hauseigentümer im Steigerwald, die sich gerade eine Holzheizung eingebaut haben, ihr Brennholz in Zukunft von weiß Gott woher besorgen sollen.“

Weiger räumt dazu ein: „Es gibt keinen Naturschutz ohne Einschränkungen. Aber wir wollen keinen eingezäunten Nationalpark.“

 

Von unserem Redaktionsmitglied Karoline Kessler

 

 

 

 

Mainpost / Franken 27.03.2007

 

Bund Naturschutz wirbt für ersten Nationalpark in Franken

 

BAMBERG Der Nördliche Steigerwald soll Frankens erster Nationalpark werden. Der Bund Naturschutz (BN) unterstütze die Idee des Bamberger Landrats Günther Denzler (CSU), sagte der BN- Landesvorsitzende Hubert Weiger am Dienstag, 27. März, in Bamberg. 

 

Der Nördliche Steigerwald sei wegen seiner hochwertigen Buchenwälder in Staatsbesitz besonders geeignet für die Ausweisung als Nationalpark.

 

Nach Weigers Vorstellungen soll ein rund 11000 Hektar großes Gebiet bei Ebrach zum Nationalpark erhoben werden. "Um schönen, verwilderten Buchenwald mit alten Bäumen zu sehen, muss man nicht in die Karpaten fahren", sagte der Sprecher des Arbeitskreises Wald, Georg Sperber vom Bund Naturschutz. Eine Ausweisung als Nationalpark muss der Landtag beschließen.

 

Eine Umwidmung in die höchste Naturschutzkategorie würde nach Angaben des BN Touristen in die Region ziehen. Andererseits sei dann eine forstwirtschaftliche Nutzung für das Kerngebiet ausgeschlossen. Meist unproblematisch sei hingegen die Waldnutzung für die Bevölkerung. Darüber hinaus mache die vorgesehene Fläche nur einen Bruchteil des staatlichen Forstgebietes von 128000 Hektar im Steigerwald aus.

 

Mit der Ausweisung als Nationalpark könnten laut Weiger auch neue Arbeitsplätze entstehen. Ein Nationalpark benötige mehr Personal als ein Forstbetrieb.

 

 

dpa/lby

 

 

Mainpost / Haßbergkreis 26.03.2007 16:04

 

Lieber Naturpark statt Nationalpark

 

LKR. HASSBERGE Der Landtagsabgeordnete Sebastian Freiherr von Rotenhan nimmt Stellung zur Berichterstattung in dieser Zeitung über einen geplanten Nationalpark im Steigerwald zwischen Zabelstein und Ebrach.

 

MdL Sebastian von Rotenhan schreibt:

"Es ist immer schwer, gegen etwas zu argumentieren, was auf den ersten Blick als eine fabelhafte Idee erscheinen mag, noch dazu wenn diese vom Zeitgeist getragen wird. Wir leben in einem reichen Land, uns geht es gut, wir gehen verschwenderisch mit unseren Ressourcen um und Verantwortliche in Politik und Gesellschaft haben folglich nur wenig Hemmungen, wertvollstes, öffentliches Vermögen zur Disposition zu stellen, wenn dies entweder bleibenden Ruhm verspricht oder den eigenen, meist ideologisch begründeten Vorstellungen vom Umgang mit der Natur entgegen kommt.

 

Nationalpark Steigerwald, das klingt zunächst umwerfend und jeder, der dagegen spricht, setzt sich unweigerlich dem Verdacht der Reaktion aus. Auf dieser Seite habe ich mich bisher nie gefunden, dennoch fordere ich alle auf, die in dieser Diskussion ihre Stimme erheben, die Vor-, bzw. Nachteile einer solchen Entscheidung gründlich gegeneinander abzuwägen. Die Folgen werden nicht wir zu tragen haben, sehr wohl aber spätere Generationen.

 

Die in Frage kommende Fläche von ca. 11.000 Hektar – also für einen Nationalpark im Grunde viel zu wenig – besteht fast ausschließlich aus dem vor Jahresfrist gebildeten staatlichen Forstbetrieb Ebrach, also den ehemaligen Forstämtern Eltmann, Ebrach und Gerolzhofen. Die Wälder dort sind mir wohlbekannt und befinden sich zweifelsfrei in vorbildlichem Zustand. Generationen von Forstleuten haben daran gearbeitet. Man hat der von der Wissenschaft jahrzehntelang geförderten Versuchung, Laubwälder in Fichten-, oder Kiefernreinbestände umzuwandeln, widerstanden, sich an Bewährtes gehalten und folglich Wälder gepflegt, wie es sie fast überall Bayern und darüber hinaus auf großer Fläche geben müsste.

 

Zu Recht gerühmt wird der Artenreichtum dieser Wälder. Diese Vielfalt in Fauna und Flora ist jedoch – und das kann man sich gar nicht deutlich genug in das Bewusstsein rufen – Folge der vorbildlichen Bewirtschaftung vergangener Jahrzehnte. Wäre der Steigerwald, wie es nun geplant ist, in den vergangenen beiden Jahrhunderten von Menschenhand unberührt geblieben, so sähe er vollkommen anders aus als dies heute der Fall ist. Es gäbe eine geringere Vielfalt bei den Baumarten, was einer ganzen Reihe von Tierarten die Lebensgrundlage entzöge."

 

Ich will versuchen, dies an einem Beispiel zu erläutern. In der Presse der vergangenen Tage war mehrfach ein Hirschkäfer abgebildet, quasi als Beweis für den intakten Lebensraum des Steigerwaldes. Der Hirschkäfer braucht, um sich zu vermehren, vermoderndes Eichenholz, nur darin finden seine Larven ihren Lebensraum. Also hat man in der Vergangenheit gelegentlich alte Eichen nicht genutzt, sondern sie der Sukzession überlassen. Irgendwann starben sie ab, fielen um und begannen zu verfaulen. Die gewünschte Folge: Hirschkäfer stellten sich ein. Nun ist der Steigerwald jedoch ein Fagetum (lateinisch: fagus = die Buche), also ein Buchenwaldgebiet, in dem die Eiche nur eine untergeordnete Rolle spielen würde und bei der gewaltigen Wuchsleistung der Buche wahrscheinlich mehr oder weniger ganz verschwände, hätten die Forstleute nicht immer wieder zu ihren Gunsten eingegriffen. Die prachtvollen Eichenbestände, die z.B. Fabrikschleichach umgeben, sind folglich ein Kunstprodukt, das es ohne die pflegende Hand des Forstmannes (hier war es der berühmte Forstmeister Pflaum) nicht gäbe und mithin natürlich auch keine Hirschkäfer.

 

Nun mag man einwenden, solche Kunstprodukte wolle man eben nicht mehr und sähe es lieber, wenn die Natur bestimmte, was wächst und was nicht. Gut, aber dann muss man natürlich akzeptieren, dass sich auch die Fauna verändert. Es gibt ernstzunehmende Ökologen, die dem Wirtschaftswald eine größere Artenvielfalt attestieren als sie im Urwald je vorkäme.

 

Der Steigerwald liegt – im Gegensatz zu den Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden – eingebettet in eine Kulturlandschaft, also eine Abwechslung von Wiesen, Feldern, Weinbergen und Dörfern. Jedermann, der dort wohnt, genießt die Schönheit seiner Heimat. Das Waldgesetz erlaubt die freie Betretung aller Wälder, wir alle genießen dies und wer würde schon gerne auf seinen sonntäglichen Spaziergang in den „grünen Lungen“ verzichten. Damit wäre es aber für den Fall, dass ein Nationalpark entstünde, unweigerlich vorbei und zwar aus zwei Gründen. Man besuche den Nationalpark Bayerischer Wald. Dort ist von freiem Betretungsrecht keine Rede mehr. Die Besucher werden auf markieren Wegen „kanalisiert“, wobei ich gar nicht abstreiten will, dass dies zum Teil aus gutem Grund geschieht. So braucht dort z.B. der Auerhahn Ruhe und man ist bemüht, ihm diese zu verschaffen. Die Artenvielfalt des Steigerwaldes ist aber trotz des freien Betretungsrechtes entstanden. Warum sollten wir uns dieses nehmen lassen ?

 

Der zweite Grund ist darin zu suchen, dass im Urwald Prozesse ablaufen, die es in Wirtschaftswälder natürlich so nicht gibt. Man kann das heute schon in einem kleinen Waldstück nicht weit von Obersteinbach beobachten. Dort hat man den Wald seit langem sich selbst überlassen, was für den Bürger mit dem Ärgernis verbunden ist, dass er diesen Wald nicht mehr betreten kann. Die Fläche ist abgezäunt, da herunterfallende Äste oder gar umstürzende Bäume ein Risiko darstellen, das keine Haftpflicht zu versichern bereit ist. Will man derlei wirklich auf großer Fläche ?

 

Als wirtschaftliches Argument für einen Nationalpark wird immer der dann boomende Tourismus angeführt. Es ist zweifellos richtig, Nationalparks ziehen viele Menschen an. Wer aber profitiert davon ? Abgesehen von der Gastronomie niemand ! Verstärkter Tourismus hat noch immer dazu geführt, dass das Leben für die Einheimischen teurer wird. Um dies bestätigt zu bekommen, muss man gar nicht in die Toscana fahren, schon im Bayerischen Alpenraum ist dies mit Händen zu greifen. Man besuche eine ganz normale Gastwirtschaft in Bayrisch Zell und anschließend eine vergleichbare in Neuschleichach. Mehr muss dazu gar nicht gesagt werden, jedermann spürt die Folgen im Portemonnaie.

 

Auf Versammlungen höre ich immer wieder, Franken sei gegenüber Altbayern benachteiligt. Ich argumentiere dann damit, indem ich die unbestreitbaren Vorteile unserer Heimat aufzähle – und dazu gehören ohne jeden Zweifel unsere im Vergleich zu Oberbayern wesentlich günstigeren Lebenshaltungskosten. Wollen wir diesen Vorteil wirklich ohne Not aufgeben ?

 Schließlich zum Klimaschutz: Auf den für einen Nationalpark Steigerwald in Frage kommenden Waldflächen stockt ein ungeheures Holzvermögen, dessen Eigentümer wir alle sind. Wollen wir wirklich auf dessen Nutzung verzichten ? Ich weiß, wir alle lieben den Wald und lieben das Holzhaus, stehen der Motorsäge aber skeptisch gegenüber. Holz aber bindet CO2, das weiß inzwischen jeder. Man kann für den Klimaschutz also kaum etwas Besseres tun als Holz vor dem Verfaulen zu bewahren. Der Urwald aber setzt CO2 in derselben Geschwindigkeit frei wie er es bindet. Jeder gekaufte Holztisch, von einem Holzhaus gar nicht zu reden, ist also ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

 

In einem Nationalpark Steigerwald wüchsen jedes Jahr ca. 100.000 Kubikmeter Holz, die in Zukunft ungenutzt blieben. Holz aber ist bisher der wichtigste erneuerbare Rohstoff, der in Deutschland produziert werden kann. Wir verbrennen also unbedenklich endliche Rohstoffe, die wir für teures Geld aus anderen Ländern einführen, glauben aber gleichzeitig, reich genug zu sein, eigene Rohstoffe in großem Umfang ungenutzt lassen zu können. So etwas kann sich nur eine Gesellschaft erlauben, der es zu gut geht. Es darf doch wohl nicht wahr sein, dass sich Hauseigentümer im Steigerwald, die sich gerade eine Holzheizung eingebaut haben, ihr Brennholz in Zukunft von weiß Gott woher besorgen sollen, das vor der Haustüre anfallende jedoch ungenutzt lassen müssen.

 

Die Wälder des Steigerwaldes befinden sich zum großen Teil im Eigentum des Freistaates Bayern. Selbstverständlich entscheidet dieser Eigentümer, vertreten durch die gewählten Abgeordneten darüber, was mit diesem Vermögen geschieht. Natürlich bin ich Demokrat und akzeptiere Mehrheitsentscheidungen. Ich bitte aber wirklich herzlich darum, dass die vorliegenden Pläne nun intensiv mit allen Betroffenen diskutiert werden. Es gibt, wie immer in solchen Fällen, Argumente dafür und dagegen. Es kann aber nicht sein, dass der Bevölkerung etwas vorgegaukelt wird, was bei näherer Besichtigung mehr Nach- als Vorteile mit sich bringt. Darüber mögen sich die Verantwortlichen immer bewusst sein. Und wenn der Naturpark Steigerwald wirklich so ein Erfolgsmodell ist, wie es nun als Argument für einen Nationalpark vorgetragen wird, erhebt sich doch die Frage, ob man es nicht besser dabei belässt.