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Postenschacher statt Sacharbeit und Grundsätze

Es ist schon eigenartig, wie der Postenschacher in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates Anfang Mai 2008 von den Akteuren begründet wird. Zunächst befürchtet der Vorsitzende der Freien Wähler in Gerolzhofen, Wulf Hilmers, eine „Atombombe“ neben Bürgermeisterin Irmgard Krammer, sollte der CSU-Vorsitzende Wolgang Mößlein in das Amt des 2. Bürgermeisters gewählt werden. Man kann diese Aussage nur so interpretieren, dass er vor einem starken und kompetenten 2. Bürgermeister Angst hat und die Bürgermeisterin Irmgar Krammer als schwach einschätzt. Damit hat er seiner Freien-Wähler-Kollegin einen Bärendienst erwiesen, unabhängig davon, dass Frauen oft unterschätzt werden. Gudrun Grieser lässt grüßen! Auch der gewählte 2. Bürgermeister Erich Servatius wird damit herabgesetzt.

 

Stadtratskollege Heinz Lorz, für die Republikaner ins Gremium gewählt, fühlt sich ausgegrenzt. Er drohte sogar beim Postenschacher „leer auszugehen“! Hintergrund: Sowohl Kollege Thorsten Wozniak (Die Jungen) und ich wollten keine Ausschussgemeinschaft mit den Republikanern. Der Wahlkampf der Republikaner war ganz auf Abgrenzung und Nationalismus angelegt (siehe Plakate unten, die auch in GEO hingen). Wir wollen eine solche Art der Politik in keiner Weise, auch nicht indirekt unterstützen. Das ist eine Grundsatzfrage der Politik, man darf die Rechten und ihre Polemik nicht salonfähig machen.

 

Mitarbeiten hätte Heinz Lorz auch ohne Sitze in den Ausschüssen können. Sechs Jahre war ich ohne Sitze in den Ausschüssen, nahm fast an allen Sitzungen der Ausschüsse teil und konnte dort auch mitreden. Seine Begründung zeigt auch, dass es ihm bei der Wahl des 2. Bürgermeisters um nichts anderes als um Posten ging.

 

Die CSU hat sich übrigens Ihre Niederlagen teilweise selbst zuzuschreiben. Ich erinnere mich an die erste Sitzung 2002: Damals ging es um die Besetzung der Waldpflege. In den Jahrzehnten zuvor wurde dieser wie ein Ausschuß nach den Regeln von d’Hondt oder Niedermayer besetzt. 2002 meinten CSU und Freie Wähler übereinstimmend, der Waldplfegeausschuß sei kein normaler Ausschuß der Stadt und müsse in einer Wahl bestimmt werden. CSU und Freie Wähler teilten das Fell unter sich auf und wählten somit Robert Wächter und Werner Ach (beide CSU) und Gerd Kirchner (Freie Wähler). Die SPD, der nach den Verfahren für eine Ausschussbesetzung ein Sitz zugestanden wäre, ging leer aus. Jetzt wurde wieder nach Hare-Niedermayer bestimmt und CSU, SPD und FW haben je einen Sitz. Postenschacher hat auch die CSU betrieben, nur diesmal steht sie auf der Verliererseite und tut deshalb etwas beleidigt.

 

Für geo-net und mich war übrigens eines klar: Wir beteiligen uns nicht am Postenschacher und entscheiden nach Qualifikation. Wolfgang Mößlein ist ein erfahrener Verwaltungsfachmann und hat kreative Ideen in die Gerolzhöfer Kommunalpolitik eingebracht. Seine Erfahrungen in Adelsdorf kommen der Stadt Gerolzhofen zugute. Deshalb haben sich die geo-net-Mitglieder, obwohl er in der CSU ist, in einer Abstimmung klar für ihn als 2. Bürgermeister ausgesprochen. Mit Erich Servatius als beliebten Sozialdemokraten haben wir keine Probleme und wünschen ihm viel Erfolg!

 

Ich hoffe, dass alle Akteure bald wieder zur Sacharbeit zurückkehren, persönliche Diskreditierungen unterlassen und wie in den vergangenen Jahren wieder zur Konsenssuche zurückkehren. Zum Wohle Gerolzhofens.

 

Thomas Vizl

 

 

Aus der Mainpost, Lokalseite Gerolzhofen vom 18.06.2008

 

Republikaner Lorz: „Ich wurde ausgegrenzt“

REP-Rat nimmt Stellung

 

(novo) Was sagt eigentlich Republikaner-Stadtrat Heinz Lorz, der bei der Wahl von Erich Servatius zum 2. Bürgermeister der Stadt Gerolzhofen als Zünglein an der Waage den Ausschlag gab, selbst zu der ganzen Diskussion um seine Person?

 

Lorz betont: „Es ist ein Geben und Nehmen. Und wer vorher nicht mit mir redet, den kann ich nicht unterstützen.“ Als ihn Wolfgang Mößlein am Dienstag vor der konstituierenden Sitzung des Stadtrats – sie fand am Donnerstag statt – angerufen habe, habe er deshalb seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass er nicht vorher kontaktiert worden sei.

 

Vor allem die Bildung der Ausschussgemeinschaft zwischen dem Stadtrat der Jungen, Thorsten Wozniak, und Thomas Vizl (geo-net) führte offenbar dazu, dass Lorz den Weg ins Servatius-Lager fand. In der Legislaturperiode zuvor war Lorz eine Ausschussgemeinschaft mit dem damaligen Stadtrat der Jungen, Roland Feller, eingegangen, wodurch sich beide Ausschusssitze sicherten. Nun drohte Lorz leer auszugehen.

 

Besonders wichtig war Lorz als „Facharbeiter und Praktiker“, wie er betont, die weitere Zugehörigkeit zum Bauausschuss. Dort kann er jetzt weiter arbeiten. Die SPD überließ ihm einen ihrer zwei Sitze. Die Freien Wähler machten Lorz überdies den Platz in der VG-Gemeinschaftsversammlung frei. Der Rep-Rat: „Durch die Ausschussgemeinschaft von Jungen und geo-net wurde ich ausgegrenzt. Man hätte mich mit ins Boot holen können“. Er ist fest davon überzeugt, dass es eine richtige Entscheidung war, die er nach bestem Wissen und Gewissen getroffen habe. „Erich Servatius ist überall präsent, in der Bevölkerung beliebt und hat stets ein offenes Ohr für die Bürger. Er ist da, wenn er als 2. Bürgermeister gebraucht wird und entlastet so die Bürgermeisterin“.

 

  

Wahlplakate der Republikaner zur Stadtratswahl 2008 in Gerolzhofen: Gegen Ausländer, gegen andere Religionen, für Ausgrenzung.

 

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