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Diskussion

 

Starke Argumente!

 

"Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald“

 


 

 

Appell an die Abgeordneten

 

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Eck,

sehr geehrter Herr Abgeordneter Hünnerkopf,

sehr geehrter Herr Abgeordneter Fahn,

 

in der Mainpost habe ich den Bericht über die Jahreshauptversammlung des Vereins „Unser Steigerwald“ in Untersteinbach gelesen, an dem Sie teilgenommen haben. Wie Sie wissen, setze ich mich als Mitglied des Stadtrats von Gerolzhofen seit Jahren für eine regionale und interkommunale Entwicklung der Region ein, zum Beispiel bei LEADER oder ILE.

 

 

Gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum geplanten Nachhaltigkeitszentrum und zu den geplanten weiteren Projekten im Steigerwald.

 

1. Fehlende öffentliche Nahverkehrsanbindung des Nachhaltigkeitszentrums in Handthal.

Das zukünftige Nachhaltigkeitszentrum in Handthal soll gemäß der Präsentation des Amt für Landwirtschaft Schweinfurt „Fachpublikum, Waldbesitzer, Multiplikatoren, Jugend- und Schülergruppen, aber auch Touristen“ ins Nachhaltigkeitszentrum nach Handthal bringen. Hierzu soll am Ortseingang ein neuer Parkplatz entstehen, um den Verkehr aus dem kleinen Handthal herauszuhalten. Auch der geplante Baumwipfelpfad an der B22 bei Ebrach wird einen neuen Parkplatz erhalten. Initiativen für einen öffentlichen Personennahverkehr für die Besucher sind in diesem Konzept bisher nicht zu entdecken. Ich halte dies aus ökologischen Gründen nicht für nachhaltig! Ebenso werden Personen, die nicht oder nicht mehr (z.B. Senioren) über einen PKW oder einen Führerschein verfügen, ausgegrenzt!  Auch Wanderer, die im Steigerwald nach Handthal unterwegs sind, finden keine Möglichkeit mit dem ÖPNV den Ort wieder zu verlassen. Eine einseitige Ausrichtung auf den Individualverkehr behindert auch einen sanften Tourismus.

 

Folgende Lösungen für das Problem schlage ich Ihnen vor:

 

a) Die bestehenden Bus-Freizeitlinien Nr 990 des VGN von Bamberg bzw Hirscheid aus über Frensdorf nach Ebrach müssen über Oberschwarzach, Handthal, Gerolzhofen nach Volkach weitergeführt werden (http://www.vgn.de/freizeitlinien/steigerwald_express/). Die Busse sind wegen der Fahrradanhänger ideal für Radfahrer. Gefahren wird jeweils vom 1.5.–1.11. an Sonn- und Feiertagen. Hiermit läßt sich zumindest an Sonn- und Feiertagen ein interessanter öffentlicher Personennahverkehr kostengünstig einrichten. Die Verlängerung der Strecke über Gerolzhofen und Volkach bindet auch Unterfranken mit ein, da von Mai bis Oktober nach Volkach die Mainschleifenbahn als Zubringer von Seligenstadt bzw Würzburg genutzt werden kann.

 

b) Langfristig ist auch die Nutzung der Bahnstrecke Schweinfurt-Gerolzhofen-Kitzingen zu überprüfen. Diese Prüfung kann Teil einer Machbarkeitsstudie werden, die bereits über ILE von der Region Main-Steigerwald geplant ist (http://www.region-main-steigerwald.de/ Die Region aktuell).

 

 

2. Der Steigerwald als Fahrrad-Region

Franken ist eine der wichtigsten Regionen des deutschen Radfahrtourismus. Die wichtigen Radwege, wie der Mainradweg, der Taubertalradweg und der Regnitzradweg, führen am Steigerwald vorbei. Seit 2004 wurde die Idee im Rahmen von LEADER-Arbeitsgruppen entwickelt, einen neuen, ca 100 km langen Premium-Radweg von Bamberg auf der ehemaligen Bahnstrecke über Burgebrach-Ebrach nach Handthal und weiter über Gerolzhofen, Volkach nach Würzburg auszuweisen. Mittlerweile ist dieser 2FrankenRadweg als Verbindung von Ober- und Unterfranken, von Bier- und Weinfranken und als Verbindung der beiden Weltkulturerbestädte Bamberg und Würzburg baulich nahezu komplett erstellt, selbst die Beschilderung ist großteils vorhanden. Alle anliegenden Gemeinden unterstützen das Projekt! (http://www.region-main-steigerwald.de/ Die Region aktuell).  Eine Ausweisung als Premium-Radweg und eine touristische Bewerbung scheiterte aber bereits mehrfach an der fehlenden Trägerschaft. Infrage käme hierzu in erster Linie der Tourismusverband Franken als übergreifende Institution für Franken. Dieser 2FrankenRadweg kann dem Steigerwald, aber auch dem unterfränkischen Weinland von großem touristischen Nutzen werden.

 

Bitte setzen Sie sich dafür ein, daß die Frage der Trägerschaft für den 2FrankenRadweg endlich geklärt wird!

 

 

3. Die größte Freizeiteinrichtung im nördlichen Steigerwald: das Geomaris in Gerolzhofen

Seit mehr als 80 Jahren gibt es in der Stadt Gerolzhofen (Mittelzentrum, 6.700 Einwohner, unmittelbarer Nahbereich: 16.500 Einwohner) ein öffentliches Schwimmbad. In den vergangenen Jahren besuchten jährlich im Durchschnitt (je nach Sommersaison) ca. 275.000 Besucher das Familien- und Freizeitbad. Unter den Nutzern sind auch zahlreiche Schulklassen der Region. Das Geomaris ist somit die bedeutenste Freizeiteinrichtung zwischen Würzburg und Bamberg sowie zwischen Schweinfurt und Kitzingen.

In den vergangenen Jahren ist der Reparatur- und Instandhaltungsaufwand für die  Einrichtung altersbedingt stark gestiegen. Eingehende Untersuchungen zeigten, dass die Anlage im jetzigen Zustand nicht wirtschaftlich sinnvoll und technisch nur mit erheblichen Risiken weiterbetrieben werden kann.

 

Eine Sanierung und Teilerneuerung der Einrichtung ist daher dringend erforderlich!

 

Die Stadt Gerolzhofen wird sich, wenn sie eine solch große Investition (6 bis 9 Millionen Euro) alleine schultern soll, in unverantwortlich hohem Maße verschulden.

 

-   Die Sanierung ist für die Aufrechterhaltung eines differenzierten Sportangebots (Schwimmunterricht) für den Schulstandort Gerolzhofen und seinen Nahbereich (zwei Grundschulverbände, eine Mittelschule, eine Realschule, ein Gymnasium, eine Sprachheilschule) unerlässlich!

-   Die Sanierung des Geomaris verringert den Energie– und CO2-Ausstoß nachhaltig!

-   Der Erhalt des Geomaris stärkt den Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort Gerolzhofen, da die zahlreichen Besucher aus einem weiten Umkreis vor und nach dem Besuch des Freizeitbades auch ein nicht unwesentlicher Umsatzfaktor für den Einzelhandel in der Stadt darstellen.

-   Der Erhalt des Geomaris stärkt den ländlichen Raum und macht die Region attraktiver für junge und ältere Leute!

 

-   Die Sanierung des Geomaris ist nachhaltiger als neue, zusätzliche Einrichtungen zu schaffen, die dann auch wieder Unterhaltskosten verursachen!

 

Eine entsprechende Resolution zum Erhalt des Geomaris wurde mittlerweile von fast allen Gemeinden zwischen Grettstadt und Wiesentheid, Schwanfeld und Ebrach, Eisenheim und Rauhenebrach in den Gemeinderäten verabschiedet.

 

Herr Eck, Sie haben laut Pressemitteilung mitgeteilt, „dass neben den bis zu 3,5 Millionen Euro für den Bau des Hauses weitere etwa vier Millionen an Europa-Fördermitteln bereitstehen, um künftige Projekte in der gesamten Region zu verwirklichen“. Ich bin sicher, daß die Bevölkerung wenig Verständnis dafür hätte neue Einrichtungen mit Steuergeldern zu schaffen, wenn gleichzeitig das Geomaris wegen einer unzureichenden Förderung schließen müßte!

 

Mein Appell an alle Abgeordneten: Suchen Sie bitte nach Möglichkeiten, das Geomaris für die Bevölkerung zu erhalten!

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Thomas Vizl
97447 Gerolzhofen

 

 

 

Dieses Schreiben wird auf der Internetseite www.geo-net.net veröffentlicht werden.

 

Originalbericht in der Mainpost:

http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/-Ein-Netz-an-Ideen-und-Projekten;art769,6776370

 

 

 

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