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Neujahrsempfang 2014 – Redebeitrag von Stadtrat Thomas Vizl:

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

liebe Freundinnen und Freunde!

 

Ein herzliches Willkommen auch meinerseits zu unserem Neujahrsempfang 2014!

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In diesem Jahr endet die Wahlperiode des Stadtrates. 6 Jahre, in denen einige wichtige Entscheidungen fielen, in denen aber nicht in allen Bereichen die richtigen Entscheidungen getroffen und manches zu langsam vorangetrieben wurde.

 

So ist es der Stadt Gerolzhofen momentan nicht möglich, allen interessierten Betrieben Gewerbeflächen anzubieten. Hier gab es in den vergangenen Jahren Versäumnisse, die dringend aufgearbeitet werden müssen.

 

Ähnliches gilt für Wohnbaugebiete. Bereits 2007 hatte ich gefordert, vergleichend verschiedene mögliche kleinere Baugebiete zu untersuchen. Zu schnell und ohne richtige Prüfung legten sich Verwaltung, Bürgermeisterin und Stadtrat auf eine nördliche Erweiterung der Weißen Marter fest. Jetzt stehen wir wieder vor der gleichen Situation: der Stadtrat in seiner Mehrheit und der Bürgermeister wollen ein Baugebiet im Süden der Stadt, daß Fachbehörden als „Fremdkörper in der Landschaft“ oder als „Satellit, fremdkörperartiges, unorganisches Anhängsel in der freien Landschaft!“ bezeichnen.

Vernichtender kann eine offizielle Kritik aus dem Landratsamt nicht ausfallen!  Trotzdem will man das dort durchziehen, nur weil dort der Grunderwerb einfacher wäre. Wo bleiben die städteplanerischen Aspekte:

-       Flächenverbrauch

-       Innenentwicklung

-       Verkehrsvermeidung

-       Erschließungskosten

 

Dabei haben wir Alternativen:

-       Sportplatz Turnverein. Hier habe ich nach jahrelangem Stillstand und Streit zwischen TV und Stadt gemeinsam mit Bernhard Krapf vom TV die Brücke gebaut. Der TV ist bereit den nicht mehr benötigten Platz in Bauland umzuwandeln. Erbbau-Verträge werden dem TV dauerhafte Einnahmen sichern. Hochwertiges Bauland in der Innenstadt!

-       Flächen zwischen Weiße Marter und Frankenwinheimer Straße. Auch diese Flächen sind innerhalb der heutigen Stadtgrenzen. Im Süden an der Frankenwinheimer Straße sollte Gewerbeland, im Norden am Baugebiet Weiße Marter Wohnbauland entstehen.

-       a170120146292aFläche zwischen Friedhof und B286. Die bisher ausgewiesenen Friedhofsflächen werden nicht mehr benötigt. Bürgermeister und Stadtrat lehnen eine Umwidmung im Flächennutzungsplan ab.

-       Fläche zwischen Bahnlinie, Berliner Straße und Nützelbach. Dieses hochwertige Bauland im Südwesten der Stadt wurde von mir in die Diskussion eingebracht. Nur hier ist der Stadtrat meinen Vorstellungen gefolgt. Gleichzeitig wird damit der Grüngürtel im Süden am Nützelbach in Richtung Bahngleise erweitert.

 

Die jüngste Änderung des Flächennutzungsplans ist kein Glanzstück städtischer Planung und Weitsicht. Nur Stückwerk, ohne Perspektiven und Leitlinien!

Die von geo-net geforderten Grünstreifen entlang aller Bäche in der Flur wurden abgelehnt. Naturschutz kommt bei Bürgermeister Wozniak und bei vielen im Stadtrat nicht vor!

 

Die bei den Flächenplanungen vorhandene Perspektivlosigkeit läßt sich auch bei anderen, wichtigen Zukunftsthemen feststellen:

Eine inhaltliche offene Diskussion über die Zukunft der Region, des nördlichen Steigerwaldes, wird nicht geführt. Seit 2008 ziehen sich alle Fraktionen nur auf eine Abwehrhaltung zurück, statt das Thema ergebnisoffen anzugehen.  Die Diskussion über einen Nationalpark Steigerwald und seinen Vor- und Nachteilen wird nicht geführt. Man verweigert auf den verschiedenen politischen Ebenen in Unterfranken und Bayern nach wie vor eine fachliche Prüfung im Rahmen einer Studie.

 

a170120146277aWir – geo-net – sind in Gerolzhofen die einzige politische Gruppierung, die sich offen mit den Themen auseinandersetzt, diskutiert und die erforderlichen Fragen stellt.

 

Darauf können wir sehr, sehr stolz sein!

 

Auch heute steht dieses so entscheidende Thema wieder im Mittelpunkt unserer Veranstaltung! Herr Landrat Dr Denzler ist unser Gast und wird uns die oberfränkische Sicht erläutern.

 

Wir Gerolzhöferinnen und Gerolzhöfer  sind in der Regel recht stolz auf unser kleines Städtchen. Und ich meine: zu Recht!

Haben wir doch eine über 1.200 jährige Geschichte mit Höhen und Tiefen, erfreuen uns einer schönen Innenstadt  mit historischen Gebäuden, leben in einer abwechslungsreichen Landschaft und haben uns auch nach der Kreisreform 1972 eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt.

 

Gerolzhofen ist keine Schlafstadt, in der die Menschen „nur“ wohnen. Wir haben fast 3000 Arbeitsplätze, eine vielfältige Geschäftswelt (auch in der Innenstadt), Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, aktive Vereine und verschiedenste Freizeiteinrichtungen.

 

Unter den 16 Mittelzentren und möglichen Mittelzentren in Unterfranken konnte das Mittelzentrum Gerolzhofen immerhin Platz 5 einer vergleichenden Untersuchung der IHK erreichen. Obwohl Gerolzhofen das kleinste der 11 Mittelzentren in Unterfranken ist.

 

Machen wir uns nichts vor: Dieser hohe Standard ist permanent gefährdet!

a170120146295aDie Veränderungen vollziehen sich sehr schnell. Immer wieder Schließen oder Verlagern Geschäfte und Betriebe, dafür muß Ersatz gefunden werden. Auch Neues muß nach Gerolzhofen geholt werden.

 

Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind sehr begrenzt. Mit der erforderlichen Sanierung des Geomaris geht die Stadt bereits großes finanzielles Wagnis ein. Wir – geo-net – halten diese Investition in die Zentralität Gerolzhofens für Notwendig.

 

Andere sagen: Gerolzhofen investiert Millionen ins Geomaris, deshalb können wir momentan nichts anderes angehen.

Ich sage: Wir müssen auch jetzt neue Ideen, Konzepte und Projekte entwickeln, Stillstand können wir uns nicht leisten! Denn Stillstand bedeutet Rückschritt.

 

Das haben wir als geo-net zusammen, das habe ich als Stadtrat in den vergangenen Jahren immer verfolgt und umgesetzt. Mit durchaus beachtlichen Erfolgen:

 

Die Liste ließe sich noch fortführen. Zum Beispiel

-       der Beschluß gegen den Weiterbetrieb des AKW Grafenrheinfeld

-       oder unsere Initiative die zu den Verflechtungsspuren und einem verbesserten Lärmschutz an der B286 führen werden.

 

Aber ich möchte Sie nicht langweilen.

 

Ich bin sehr froh, daß wir wieder eine schlagkräftige und sehr kompetente Liste für die Stadtratswahl 2014 aufstellen konnten. Es ist die einzige Liste, auf der mehr Frauen als Männer kandieren, auf der auf Platz 1 mit Birgid Röder eine Frau steht. Die einzige Liste, bei der die Sachthemen im Vordergrund stehen und bei der neben erfahrenen älteren Kräften auch ganz junge Kandidatinnen und Kandidaten vertreten sind.

 

Ich freue mich auf den Wahlkampf und freue mich auf die nächsten 6 Jahre, bei denen ich dann geo-net nicht mehr alleine im Stadtrat vertreten werde!

 

 

a170120146284aDie geo-net-Kandidaten auf der Kreistagsliste von Bündnis 90 / Die Grünen werden Gerolzhofen und den Landkreis auch gut im Kreistag vertreten. Ein besonderes Anliegen wird uns die Weiterentwicklung der Geomed-Klinik sein.

 

Ankündigung Dr. Denzler:

 

Jetzt freue ich mich, Ihnen unseren „besonderen Gast“, Herrn Landrat Dr. Günther Denzler ankündigen zu dürfen.

 

Warum wir Herrn Denzler eingeladen haben, konnten Sie bereits meinen vorherigen Ausführungen entnehmen: Der nördliche Steigerwald zwischen Bamberg und Gerolzhofen, zwischen Eltmann und Schlüsselfeld ist ein strukturschwaches Gebiet. Dr Denzler hat 2008 die Ausweisung eines Teilgebietes als Nationalpark vorgeschlagen mit Perspektive zur Ausweisung als Weltnaturerbe.

 

Es ist allerdings keineswegs selbstverständlich, daß Herr Dr Denzler als Landrat des Nachbarlandkreises Bamberg heute hier bei uns zu Gast ist. Herr Dr Denzler wird in Unterfranken von Teilen der Politik wegen seines Einsatzes für ein Schutzgebiet nicht gerne gesehen.

Für mich ist es sehr spannend, Ihre Argumente und Vorstellungen heute zu hören. Wir müssen die Diskussion über die Entwicklung im nördlichen Steigerwald fortführen, im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und vor allem für die zukünftigen Generationen!

 

Es ist auch nicht für jeden CSU-Politiker selbstverständlich, daß Sie ausgerechnet zu einer grün-nahen Organisation als Gast kommen.

Ich zitiere aus Ihrer Homepage:

„Seit den 68er Jahren hat sich in Deutschland vieles in die falsche Richtung bewegt. Die Politik hatte nicht den Mut zu grundlegenden Reformen. Die eigene Standpunktlosigkeit wurde oft mit Toleranz verwechselt. Wir brauchen in Deutschland eine neue Orientierung.“

 

Jetzt bin ich ja einer, der in sich selbst in der Tradition der 68er Bewegung sieht und somit nicht der CSU nahe steht. Im Gegenteil: ich sehe die CSU und ihre momentan teilweise fast beliebige Politik als Teil des Problems!

 

Solche Gegensätze und die sich daraus ergebenden inhaltliche Diskussionen machen Kommunalpolitik spannend!

 

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

 

 

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