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Nationalpark-Diskussion:

Infrastrukturentwicklung von benachbarten Gemeinden

 

Fakten zum Thema „Nationalpark Steigerwald“ – Wir dokumentieren Auszüge aus einer Veröffentlichung des Bundesamt für Naturschutz (BNF): Weitere Nationalparke für Deutschland?! Argumente und Hintergründe mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Ausweisung von Nationalparken in Deutschland

https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/gebietsschutz/Nationalparke_Argumente-NLP10

 

Infrastrukturentwicklung von benachbarten Gemeinden

 

Podiumsdiskussion in Alitzheim über einen möglichen Nationalpark im Steigerwald am 23.10.2015. Von links: Thomas Venus, Betriebsleiter des deutschlandweit tätigen Forstunternehmens und Thurn-und Taxis-Nachfolgers Blauwald, Ulrich Mergner, Leiter des Forstbetriebs Ebrach der Bayerischen Staatsforsten, Oskar Ebert, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Unser Steigerwald und Geschäftsführer des Steigerwald-Zentrums in Handthal, Sulzheims Bürgermeister Jürgen Schwab, der Waldreferent des Bund Naturschutz in Bayern, Ralf Straußberger, Benedikt Schmitt vom Verein Nationalpark Nordsteigerwald und Volker Conrad, Revierleiter des Bürgerwalds Gerolzhofen-Dingolshausen

Auszug:

Infrastrukturentwicklung von benachbarten Gemeinden

 

Die Infrastrukturentwicklung der Gemeinden im Umfeld eines Nationalparks, häufig auch Nationalparkgemeinden genannt, verläuft im Regelfall positiv. Im Umfeld des NLP Bayerischer Wald etwa besteht im Vergleich zu manch anderem ländlich peripheren Raum ein attraktives ÖPNV-Angebot, im Umfeld vieler anderer Nationalparke existiert und entwickelt sich aufgrund der erhöhten Besucherzahlen weiterhin eine attraktive touristische Infrastruktur (Beherbergungen, Gaststätten, Läden, etc.), die zu regionaler Wertschöpfung führt und auch den Einheimischen zu Gute kommt.

 

Hintergrund: Um eine umweltverträgliche Verkehrsinfrastruktur zu entwickeln und zugleich die Besucherströme zu lenken, begann man im NLP Bayerischer Wald in den 1990er Jahren mit Maßnahmen, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Mittlerweile existiert in der Region im Vergleich zu manch anderem ländlich peripheren Raum ein attraktives ÖPNV-Angebot. Einen wichtigen Beitrag dazu stellt das sog. Igelbussystem dar, das seit 1996 existiert. Damit wird im Rachel-Lusen Gebiet mithilfe erdgasbetriebener Busse der Überlandverkehr bedient, wodurch eine erhebliche Verminderung der Schadstoffbelastung einhergeht. Sowohl im Sommer als auch im Winter sorgt ein attraktives ÖPNV-Angebot (Igelbussystem, Ilztalbahn, Waldbahn, Falkensteinbus) für gute An- und Verbindungen des NLP Bayerischer Wald, das im Falle der Waldbahn auch von einheimischen Arbeits- und Bildungspendlern genutzt wird. Insbesondere für Urlauber bietet der ÖPNV oft einen größeren Aktionsradius, da ohne eigenen Pkw der Ausgangsort von Wandertouren nicht mehr aufgesucht werden muss und nicht nur Rundwanderwege begangen, sondern auch Streckenwanderungen ermöglicht werden können. Die kostenlose Nutzung des ÖPNV mittels der Gästekarte „GUTI“ führt dabei zu einer Reduzierung des Individualverkehrs.

 

Wie das Beispiel Müritz-NLP verdeutlicht, stellt der Nationalpark auch hier kein Hindernis für eine gute Entwicklung einer touristischen Infrastruktur dar, sondern befördert diese vielmehr. Innerhalb dieser Nationalparkregion findet sich eine gut ausgeprägte touristische Infrastruktur, die Feriendörfer und größere touristische Anlagen, Jugendherbergen, Campingplätze, Wassersportgebiete, Hallen- und Freibäder, Saunen, Gastronomie und weitere Angebote wie Museen und Informationszentren beinhaltet. Seit 1993 konnte zudem bei der Unterkunftsart Camping eine deutliche Niveauanhebung festgestellt werden. Auch für den NLP Müritz ist damit belegt, dass der Nationalpark positive Auswirkungen auf die touristische Infrastruktur im Gebiet hat. Gaststätten und Beherbergungseinrichtungen der NLP-Gemeinden fungieren in den deutschen Nationalparken häufig als NLP-Partner und profitieren damit von der NLP-Ausweisung; durch ihre Zertifizierung ist dafür gesorgt, dass die Besucher gleichzeitig mit hervorragenden Informationen zum Nationalpark ausgestattet werden.

 

 

 

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