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Auszug aus MAIN-POST vom 17.06.2002

 

 

17.06.2002

Entdeckungsreise mit Überraschungen

 

gerolzhofen (CS) Fünf Veranstaltungen wurden im Rahmen der bayernweiten Aktion "BayernTourNatur" im Landkreis Schweinfurt gehalten - alle im Raum Gerolzhofen. Eine davon machte auf Initiative der Touristinformation Gerolzhofen unter der Leitung von Beate Glotzmann Lust auf eine Entdeckungsreise in die Hörnau.

 

Am Start bei den Hörnauer Seen wies Beate Glotzmann darauf hin, dass das Bayerische Umweltministerium mit diesem Tag die Bevölkerung für die Landschaft sensibilisieren möchte. Erich Rößner vom Bund Naturschutz Bayern leitete die Wandertour. Der Begriff Hörnau setze sich aus den Wörtern Hörn (Sumpfbereiche) und Auen (Flächen, die vom höchsten Hochwasser von der  "Volkach" erreicht werden) zusammen. Dazu gehören Wald- und Flussbereiche, die im Frühjahr überflutet waren.

Vor mehr als zehn Jahren wurde dieses Naturschutzgebiet mit 170 Hektar, zum Großteil Waldflächen, ins Leben gerufen. In ihm gibt es auch Sanddünen, die entweder durch den Wind oder durch Flüsse entstanden sind.

Deswegen ist auch in den benachbarten Ortschaften, wie Herlheim oder Alitzheim, Spargelanbau möglich. Die Böden im Auenbereich sind gut fruchtbar, und der Humus ist sehr nährstoffreich. Das zeigt ein großes Gurkenfeld in der Hörnau.

"Der Mensch versucht die Landschaft so zu lassen, doch die Geologie geht weiter", erklärte Erich Rößner. Beim Eingang in das Naturschutzgebiet mit dem Silberbach, der früher die Hörnau überschwemmte, zeigen sich feuchte Wiesen mit fruchtaren Bedingungen, Ackerland und der Wald, mit Erle, Esche, Ulme, Eiche und verschiedenen Sträuchern wie etwa dem der Haselnuss.

Weiter führte die Entdeckungsreise in den Hörnauer Wald. Es handelt sich in erster Linie um ein Sumpfgelände mit magerer Sandvegetation. In der Vergangenheit wurden dort Schilf- und Waldtorf abgetragen, so dass auf diese Weise der so genannte "ungetreue See" (in Trockenzeiten kein Wasser) entstanden ist. Es sind auch noch Spuren aus dem Mittelalter zu finden, wie zum Beispiel verschiedene Vertiefungen und Mulden, gebildet durch Sandabbau. Quer durch den Wald zieht sich ein Graben, bei dem es sich vermutlich um einen Entwässerungsversuch von Mönchen aus der damaligen Zeit handelt.

Im Rahmen ordnungsgemäßer Forstwirtschaft werden auch größere Flächen abgeholzt. Dies müsste aber im Naturschutzgebiet eingeschränkt werden. "Holz sollte", so Rößner, "nur vereinzelt geschlagen und entnommen werden." Ein Vorteil der Abholzung ist allerdings, dass durch die künstlich veränderten Lichtverhältnisse andere Vogel- und Pflanzenarten zu finden sind. Im so genannten Auwald sind riesige Eichen zu finden. Außerhalb befinden sich die "fetten Wiesen". In der heutigen Landwirtschaft wird der Futterbedarf allerdings nicht mehr durch das Gras der Wiesen, sondern hauptsächlich durch den Maisanbau gedeckt.

Da es sich aber seit Anfang der 90er Jahre um ein Naturschutzgebiet handelt, wird der Einsatz von Drainagen verhindert. Dadurch bleiben die Wiesen mit ihren Feuchtbiotopen erhalten. In und um diesen idyllischen Gewässern sind Wasserminze, Binsengewächse und auch die Armleuchteralge, eine Wasserpflanze aus der Zeit der Dinosaurier, zu finden. Die Wiesen werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Dadurch finden nicht nur Gras, sondern auch verschiedene Kräuterpflanzen ihren Lebensraum. Eine Graspflanze wird von sechs verschiedenen Insektenarten genutzt. Beim Aussterben unterschiedlicher Grasarten wären Nutzung und Lebensraum vieler Kleintiere bedroht