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Diskussion über Ausgleichsflächen, Hochwasserrückhaltung, Volkach-Bach usw.:

 

Stellungnahme vom 05.06.2013

zu den beiden Berichten in der Mainpost am 05.06.2013 „Widerstand gegen Vizl Ausgleichsflächen mit System“ und „Bullenäcker helfen kaum gegen Hochwasser“

 

 

Als ich am 20.05.2013 meinen Antrag zur Prüfung geeigneter Standorte für Ausgleichsflächen entlang der Volkach stellte, konnte ich nicht ahnen, welche Aktualität dieser Antrag durch die aktuelle Hochwasserlage erlangen würde.

 

Was soll durch meinen Antrag erreicht werden: Die zukünftig aufgrund einschlägiger Gesetze erforderlichen Ausgleichsflächen sollen entlang des Volkach-Baches konzentriert werden. Das hat folgende Vorteile:

1.     Der Volkach-Bach wird ein grünes Band durch die Flur. Es wird deutliche Verbesserungen für den Natur- und Artenschutz geben.

2.     Es entstehen hierdurch zusätzliche Grün- und Erholungsbereiche am Stadtrand oder in der Flur, die den Erholung suchenden Bewohnern der Stadt zugute kommen.

3.     Es können, durch richtige Planung, Rückhaltebereiche („Retentionsflächen“) für Hochwasser an der Volkach entstehen, die bei Starkregen die Hochsituation entschärfen werden.

1.     Durch eine Gewässerrenaturierung wird Gewässerqualität verbessert.

2.     Bei vernünftiger Planung lassen sich die vorhandenen Konflikte zwischen der Landwirtschaft und dem Gewässer-/Naturschutz lösen.

 

Bisher werden die landwirtschaftlichen Flächen entlang des Baches und auch die Privatgärten vor der Stadt bei jedem Hochwasser, zum Teil bereits mehrfach im Jahr, überschwemmt. Die Schäden sind beachtlich. Schafft man dem Bach mehr Raum und Retentionsflächen kann zumindest ein Teil des Wassers von den umliegenden Ackerflächen fern gehalten werden. Auch die bisher betroffenen Hausbesitzer werden einen Vorteil haben, wenn die Scheitelwelle eines Hochwassers nicht so hoch ausfällt.

 

Das Argument von Bürgermeister und Stadtratskollegen Wächter, dies wäre nicht finanzierbar, lasse ich nicht gelten. Sobald die Stadt ein neues Wohn- oder Gewerbegebiet ausweist, muss die Stadt Ausgleichsflächen bereitstellen. Dann kommen diese Kosten sowieso und werden auf die Bauherren des Baugebietes umgelegt. Aktuell ist das Thema auch durch den Ausbau der B286 im Gemarkungsbereich von Gerolzhofen und Rügshofen. Auch der Staat muss hierfür Ausgleichsmaßnahmen durchführen und benötigt dazu Flächen. Die Kosten gehen nicht zu Lasten der Stadtkasse, sondern sind vom Staat zu tragen.

 

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, bedarf es einer guten, durchdachten und langfristigen Planung. Diese Planung anzustoßen ist das Ziel meines Antrags. Die Planung und die anschließende Umsetzung ist nicht in ein oder zwei Jahren zu schaffen sondern wird sicherlich zehn bis zwanzig Jahre in Anspruch nehmen.

 

Falls die Planung zu dem Ergebnis kommt, Ausgleichs- und Retentionsflächen zwischen der Frankenwinheimer Straße und der Hörnau entlang des Volkach-Baches wären sinnvoll, so benötigt die Stadt möglicherweise nicht einmal zusätzlichen Grund: Ein größerer Teil der Flächen zwischen Bahnlinie und Volkach-Bach sind Eigentum der Stadt Gerolzhofen. Durch freiwilligen Grundstückstausch mit den privaten Eigentümern oder durch eine Teilflurbereinigung könnten die Grundstücke neu angeordnet werden. Die neuen Grundstücke können dann nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen der modernen Landwirtschaft neu zugeschnitten werden, eventuell können auch Wege entfallen. Die Landwirte hätten einen weiteren Vorteil!

 

Eine vorausschauende Planung ist immer sinnvoll. Fängt man erst mit der Planung der Ausgleichsflächen an, wenn das Baugebiet entstehen soll, dann entstehen Lösungen die niemand versteht: zum Beispiel die Ausgleichsflächen auf den Bullenäckern. Hier ist meine Meinung seit langem eindeutig: Retentionsflächen vor der Stadt bei der GoKartbahn wären für den Hochwasserschutz sinnvoller gewesen. Der durch die Stadt selbst verschuldete Zeitdruck und auch die Mehrheit der CSU haben diese Lösung verhindert. Ich habe damals Stadtskollegen Wächter bei seiner Initiative aktiv unterstützt und für seinen Antrag gestimmt.

 

Was mich an den Äußerungen des Stadtratskollegen Wächter besonders stört, ist die Polemik, die er unnötigerweise in die Diskussion einbringt. Parteipolitik und die Angelegenheit ins Lächerliche ziehen („Froschlöcher“) haben hier nichts zu suchen. Burkhard Wächter ist scheinbar schon im Wahlkampfmodus und muß sich innerhalb der CSU profilieren. Ich hoffe doch, daß der Rest der CSU und unser Bürgermeister das durchsichtige Spiel nicht mitmachen werden. Das Thema ist nicht nur wegen des aktuellen Hochwassers viel zu wichtig. Hier bedarf es einer sachlichen Diskussion ohne Scheuklappen.

 

 

Thomas Vizl

Mitglied des Stadtrates

Link zum Antrag