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Pressemitteilung vom 10.07.2003

 

 

Pressemitteilung (zur Veröffentlichung)

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Bund Naturschutz besichtigt Nützelbach-Seen

 

Über die Umgestaltung des Nützelbaches und der Seen informierten sich Mitglieder des Bund Naturschutz in Gerolzhofen. Der Sprecher der Ortsgruppe, Erich Rößner, konnte bei der Begehung Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn, den Umwelt- und Naturschutzreferenten des Stadtrates, Thomas Vizl, sowie Anwohner aus der Nachbarschaft des Erholungsgebietes begrüßen.

 

Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn erläuterte den Teilnehmern den aktuellen Stand der Baumaßnahmen, die in einigen Wochen beendet sein sollen. Allerdings können Pflanzaktionen und Aussaat erst nach Ende der Trockenperiode im Herbst oder im nächsten Frühjahr erfolgen.

Stadtrat Thomas Vizl ging auf die Ziele der Maßnahme ein: Naturschutz mit Freiräumen für Pflanzen und Tierwelt durch eine Renaturierung des kleinen Nützelbaches, Erholungsfunktion für die Gerolzhöfer Bevölkerung und Spielmöglichkeiten für Kinder am Bach: „Planschen und Spielen am oder im Wasser sei hier ausdrücklich erwünscht“.

 

Der Wasserspiegel des unteren Sees hat noch nicht den endgültigen Pegel erreicht, der obere See kann aufgrund der akuten Trockenheit des Sommers noch nicht gefüllt werden. Da eine Aussaat einer Wiese in dieser Jahreszeit nicht möglich ist, erfolgt zur Zeit eine für Botaniker interessante natürliche Sukzession, das heißt eine natürliche Entwicklung der Pflanzenwelt auf einer Brachfläche. Auch Schulen nutzen dieses biologische Schaufenster im Unterricht. An Teilflächen entlang des Baches hat sich auch bereits eine interessante Vielfalt an Pflanzen eingestellt. Der neue untere See wird bereits von einer Entenfamilie sowie vielen Fröschen bewohnt. Im kommenden Jahr werden sich sicherlich noch weitere Bewohner einstellen.

 

Im Vergleich zu den früheren Fischteichen haben die beiden Seen bei geplanten Wasserstand mit bis zu zwei Meter eine größere Tiefe, so daß sie sich im Sommer nicht so stark erwärmen werden, was der Wasserqualität zu gute kommen wird. Hierzu trägt auch der sich entwickelnde Bewuchs am und im Wasser bei. Ebenso ist die Wasseroberfläche im Vergleich zu den alten Seen kleiner, so daß die Wassermenge des kleinen Baches hoffentlich auch bei Trockenzeiten ausreichen wird.

 

Kritisch äußerten sich anwesende Anwohner zum derzeitigen Bild der Baumaßnahme. Sie wünschen sich auch eine häufigere Pflege der öffentlichen Flächen entlang ihrer Grundstücksgrenzen. Aufgrund der begrenzten Personalkapazitäten des städtischen Bauhofs und der Stadtgärtnerei seien die Möglichkeiten der Stadt, häufigeren Grasschnitt durchzuführen, begrenzt.

 

Der Bund Naturschutz sieht in der Maßnahme Renaturierung Nützelbach einen kleinen aber wichtigen Schritt für die Erhaltung der Natur in Bereich der Stadt Gerolzhofen. Bach- und Flußauen sind ein wichtiger Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere in einer ansonsten sehr intensiv genutzten Flur und einer wachsenden Versiegelung von Flächen im besiedelten Bereich. Am Nützelbach entsteht eine optimale Kombination aus Naturraum, Erholung und Freiraum für Kinder.