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Bericht aus der Mainpost vom 27.03.2006 über die geo-net-Veranstaltung am 24.03.2006:

 

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Zeitung / Gerolzhofen

26.03.2006 15:11

 

"Stolpersteine" ins Rollen bringen

 

 

 

Gerolzhofen (MM) Obwohl die Resonanz angesichts sieben Anwesender durchaus hätte besser sein können, rückte das Ziel, in Gerolzhofen die Aktion "Stolpersteine" ins Rollen zu bringen, ein Stück näher. Eine Initiativgruppe soll jetzt das Vorhaben, mittels in den Gehweg eingelassener Messing-Platten an die 1942 deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürger zu erinnern, weiter vorantreiben.

Stadtrat Thomas Vizl von geo-net, das die Aktion "Stolpersteine" im Vorfeld angestoßen und zu einem Gerolzhöfer Thema gemacht hat, erklärte eingangs des Informations-Treffens im Gasthaus "Wilder Mann", dass ab sofort eine überparteiliche Initiativgruppe die Umsetzung der Idee forcieren soll.

Hintergrund und zugleich Gegenstand der "Stolpersteine"-Aktion ist eine vom Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig initiierte Form des Erinnerns an die während der nationalsozialistischen Diktatur begangenen Verbrechen gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten. Hierzu graviert Demnig Namen und Lebensdaten der verfolgten, deportierten und dann ermordeten Menschen auf eine in einen Pflasterstein eingelassene Messingplatte. Diese "Stolpersteine" - bislang über 5500 - markieren mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten auf Gehwegen die Häuser, in denen die NS-Opfer ursprünglich gewohnt und gelebt haben.

"Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist", lautet die hinter dieser ungewöhnlichen, aber sehr anschaulichen Form des verantwortungsbewussten Erinnerns stehende Wahrheit. Hier gehe es nicht darum, heute lebende Generationen für Verbrechen der Vergangenheit anzuprangern, sondern neben dem namentlichen Gedenken an die Opfer soll zugleich eine für jeden sichtbare Mahnung stehen, ähnliche Verbrechen in Gegenwart und Zukunft niemals wieder zuzulassen.

Für 95 Euro können Sponsoren die Patenschaft für einen "Stolperstein" übernehmen. Von diesen müssten in Gerolzhofen nach jetzigem Kenntnisstand insgesamt 26 in Gehwege eingelassen werden - einen für jeden in den Vernichtungslager ermordeten Gerolzhöfer jüdischen Glaubens.

Der Stadtrat beschäftigt sich am heutigen Montag bei einer außerordentlichen öffentlichen Stadtratssitzung mit das geplante Projekt, über dessen Umsetzung er bis Ende April entscheiden wird.

Treffpunkt zu der Führung, die alle Standorte der Steine zeigen und über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gerolzhofen informiert, ist um 17 Uhr in der Allee gegenüber der Polizeiinspektion.

Zu den anstehenden Aufgaben der Initiativgruppe erklärte Vizl, dass diese im Vorfeld des Stadtratsbeschlusses eine möglichst breite gesellschaftliche Unterstützung für das Vorhaben gewinnen, vor allem aber auch alle Stadträte von dem Projekt überzeugen soll.

Wenn der Stadtrat diesem schließlich seine Zustimmung gegeben hat, dann gelte es, Paten für die "Stolpersteine" zu werben, damit eventuell schon im Herbst mit deren Verlegung begonnen werden kann.

Längerfristig sei es darüber hinaus denkbar, dass aus dem Kreis der Initiativgruppe heraus weitere Recherchen über das Schicksal der auf den "Stolpersteinen" erinnerten Mitbürger erfolgen.

Nähere Informationen zur "Stolpersteine"-Aktion finden sich auf der Homepage von geo-net (www.geo-net.net). Hier ist auch ein Link zum Internetauftritt der zentralen israelitischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem eingebaut. In deren Datenbank ist jedes bekannte Schicksal aller im Holocaust umgebrachten Juden dokumentiert - auch das der ehemaligen Gerolzhöfer.

 

 


Weitere Informationen unter:

www.geo-net.net
www.stolpersteine.com

Würzburger Stolpersteine

Kitzinger Stolpersteine

Marktbreiter Stolpersteine (SPD-Homepage)

 

Informationen zur Reichspogromnacht 1938 in Gerolzhofen

und zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gerolzhofen.

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