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Pressemitteilung der CSU-Stadtratsfraktion in der Mainpost vom 15.04.2006:

 

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Zeitung / Gerolzhofen

14.04.2006 17:42

 

Statt Stolpersteine lieber Gedenktafel für deportierte Juden

 

 

 

Gerolzhofen (NN) In einer gemeinsamen Sitzung von CSU-Stadtratsfraktion und CSU-Vorstandschaft stand unter anderem das Thema "Stolpersteine" auf der Tagesordnung. Dabei wurde einmütig festgestellt, dass der Alternativ-Vorschlag der CSU, Schrifttafeln am Gedenkstein in der Schuhstraße anzubringen, der bessere Weg sei.

Bürgermeisterkandidat Wolfgang Mößlein betonte zu Beginn der Sitzung im Gasthaus Wilder Mann, die CSU Gerolzhofen lege ein "klares Bekenntnis gegen das Vergessen" ab. Auch 70 Jahre nach der Deportation von Juden aus Gerolzhofen und ihrer Ermordung in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten dürften diese menschenverachtenden Taten nicht in Vergessenheit geraten. Die Stadt Gerolzhofen habe aus diesem Grunde bereits vor einigen Jahren in der Nähe der ehemaligen Synagoge einen Gedenkstein errichtet.

Das derzeit eher unscheinbare Umfeld dieses Denkmals in der Schuhstraße ließe sich allerdings optisch noch mehr aufwerten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der CSU Gerolzhofen. Neben notwendigen gärtnerischen Gestaltungsmaßnahmen regt die CSU an, Schrifttafeln mit den Namen der Deportierten gut sichtbar am Gedenkstein anzubringen bzw. sie eventuell im Rasen des kleinen Gärtchens einzulassen.

Im Gegensatz zu den angeregten "Stolpersteinen" vor Anwesen, in denen einst Juden wohnten, habe der Alternativvorschlag der CSU den ganz klaren Vorteil, dass die vollständige Namensliste aller deportierten Gerolzhöfer zur Geltung komme, während man bei der Aktion "Stolpersteine" davon ausgehen könne, dass nicht alle betreffenden Hauseigentümer einem solchen Stein vor ihrem Haus zustimmen. Und dies hätte dann zur Folge, dass einige Namen von Deportierten gleichsam unter den Tisch fallen würden.

Zudem sieht die CSU Gerolzhofen die Gefahr, dass Hauseigentümer, vor deren Anwesen ein solcher Stein gesetzt würde, in "Rechtfertigungszwang" kommen könnten. Heutige Hauseigentümer könnten so in den Geruch kommen, von der Deportation und der Ermordung der früheren jüdischen Hausbesitzer profitiert zu haben, und dies auch dann, wenn es geschichtlich bewiesen tatsächlich nicht so war beziehungsweise das Hauseigentum in der Zwischenzeit schon mehrfach gewechselt hat.

Sowohl die CSU-Stadträte als auch die CSU-Vorstandsmitglieder waren einmütig der Ansicht, dass Namenstafeln am schon bestehenden Juden-Gedenkstein in der Schuhstraße hier der eindeutig bessere Weg seien, um dauerhaft und in würdiger Weise an die Ermordeten zu erinnern. Die CSU-Fraktion werde diese Meinung auch im Stadtrat vertreten und einen breiten Konsens hinsichtlich dieser Art und Weise des Gedenkens anstreben.

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Weitere Informationen unter:

www.geo-net.net
www.stolpersteine.com

Würzburger Stolpersteine

Kitzinger Stolpersteine

Marktbreiter Stolpersteine (SPD-Homepage)

 

Informationen zur Reichspogromnacht 1938 in Gerolzhofen

und zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gerolzhofen.

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