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Pressebericht in der Mainpost vom 13.07.2006, Seite „Das Thema“:

 

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Mainpost / Das Thema 13.07.2006

 

Diskussion, Akzeptanz, Ablehnung

 

Mainfranken/Rhön (rw/wAL/FI) In mehreren Orten unseres Verbreitungsgebietes sind bereits Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer verlegt - die meisten davon in Kitzingen: Aus zehn Betonwürfeln bei der Erstverlegung im Mai 2004 sind - finanziert durch die Bürger - mittlerweile über 30 geworden.

 

"Diese Steine machen das Schicksal des Einzelnen sichtbar und holen die Namen von Menschen zurück, die auf keinem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben", sagte Dr. Josef Schuster vom Zentralrat der Juden bei der Erstverlegung. Sie wurde vom Kitzinger Stadtrat unterstützt. Befürchtungen von Bürgern, sie würden durch die Mahnmale auf dem Gehsteig vor ihren Häusern mit Deportation und Holocaust in Verbindung gebracht, wurden ausgeräumt.

 

Inzwischen sind weitere Gemeinden des Landkreises dem Beispiel Kitzingens gefolgt: So gibt es in Segnitz zwei Stolpersteine für ehemalige jüdische Mitbürger. Und auch in Marktbreit wurden im Jahr 2004 acht gesetzt, was dort im Stadtrat und in der Bürgerschaft zu teils heftigen Diskussionen geführt hatte.

 

Keine Chance auf eine Verwirklichung hatte das Projekt in der Nachbargemeinde Obernbreit, wo 2004 der Vorschlag des Bürgermeisters für zwei Steine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürger auf Widerstand im Gemeinderat gestoßen und zurückgezogen worden war.

 

Genau 65 Jahre nachdem das Ehepaar Regina und Siegmund Neumaier aus Ostheim (Lkr. Rhön-Grabfeld) geflohen war, hat die Stadt ihren beiden einzigen jüdischen Mitbürgern im November 2003 ein Gedenken in Form zweier Stolpersteine gesetzt - vor ihrem früheren Wohnhaus in der Altstadt. Neumaiers waren 1938 in der so genannten Reichskristallnacht zunächst vor den Nazis geflohen. 1943 kamen sie im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben.

 

In Gerolzhofen (Lkr. Schweinfurt) ist das Thema seit etwa einem Jahr aktuell. Im Stadtrat ist man dafür aufgeschlossen - mit Ausnahme der CSU, die lieber das bestehende Denkmal für die einstige jüdische Gemeinde aufwerten möchte. Unterdessen hat sich auch CSU-Minister Michael Glos bereit erklärt, als Pate einen Stolperstein zu übernehmen.

 

 

 

 

Weitere Artikel zu diesem Thema :

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Das Verdrängen verdrängen

 

Sie begegnen uns auf Schritt und

Tritt - ob wir nun wollen oder

nicht. Das unterscheidet die Stolper-

steine von großen Gedenkstätten:

Dort lassen wir uns konfrontieren

mit der Dimension nationalsozia-

listischer Gewaltherrschaft. Die

Steine auf dem Gehsteig liefern die

Namen dazu, durchbrechen die An-

onymität, machen Schicksale fass-

bar. Sie bringen Spuren zurück, die

ausradiert schienen. Sie zeigen, wo

der systematische Nazi-Terror statt-

fand: im Alltag, im Nachbarhaus.

Die Stolpersteine stehen Würzburg

und 167 weiteren Orten gut zu Ge-

sicht. Sie sind Erinnerung und Mah-

nung: gegen das Vergessen, gegen

das Verdrängen des dunkelsten Kapi-

tels deutscher Geschichte. Erschüt-

ternd, wie rechte Hasstiraden gegen

den Künstler verbreitet und die

"Opfer der Zeitumstände" verun-

glimpft werden. Umso wichtiger ist

es, dass die Aufarbeitung der NS-Ver-

gangenheit als Gemeinschaftsauf-

gabe verstanden und neonationali-

stischen Zündlern keine Chance ge-

geben wird. 

 

Von Andreas Jungbauer andreas.jungbauer@mainpost.de

 

 

 

 

 

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Weitere Informationen unter:

www.geo-net.net
www.stolpersteine.com

Würzburger Stolpersteine

Kitzinger Stolpersteine

Marktbreiter Stolpersteine (SPD-Homepage)

 

Informationen zur Reichspogromnacht 1938 in Gerolzhofen

und zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gerolzhofen.

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