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30.12.2007

 

 

 

 

aus der Mainpost vom 26.02.2008

 

 

GEROLZHOFEN

Busverkehr rund um Schulen verbessern

geo-net hatte beim Bildungspolitischen Abend das bayerische Bildungssystem im Visier

 

(mr) Auf Interesse stieß der bildungspolitische Abend von geo-net zum Thema „Wie in Deutschland Schulen gelingen“ in der Vereinsgaststätte des FC Gerolzhofen.

 

Zu Beginn der Veranstaltung der Stadtratsliste gab zunächst Anton Niedermeier einen Rückblick über die Entstehungsgeschichte von geo-net und die seit der Gründung im Jahre 2001 geleistete Arbeit. Die Wahl von Thomas Vizl in den Stadtrat ein Jahr später sei ein Erfolg gewesen. Seitdem habe man sich mit einer Vielzahl von interessanten und kreativen Vorschlägen in die Kommunalpolitik eingebracht.

 

Einen Überblick des Ist-Zustandes der Bildungslandschaft in Gerolzhofen gab Barbara Stanzel. Kurzfristiges Ziel von geo-net sei es, den Busverkehr rund um die Gerolzhöfer Schulen zu verbessern, denn hier liege doch Einiges im Argen. Auch die Renovierung der sanitären Anlagen vor allem an der Grabenschule dulde keinen weiteren Aufschub. Eine Einführung zum Thema des Abends hatte geo-net-Sprecherin Birgid Röder gegeben. Viele Studien, die bekannteste ist die PISA-Studie, hätten die Mängel im deutschen Bildungssystem genau beschrieben. Bildung sei in Deutschland wie in keinem anderen Land schichtabhängig. Schwächere Schüler würden bereits zu Beginn ihrer Schullaufzeit aussortiert, soziales Lernen werde nicht gefördert. Ein geringer Prozentsatz an Hoch- und Fachhochschulabsolventen zeige, dass das in Bayern angewandte Schulsystem nicht durchlässig genug sei. Ziel eines guten Schulsystems solle es sein, kein einziges Kind zu verlieren. Der Druck auf die Kinder habe sich erhöht, es herrsche das Ellenbogenprinzip vor.

 

Wie es im Sinne von geo-net anders laufen könne, wurde in dem Dokumentarfilm „Treibhäuser der Zukunft: Wie in Deutschland Schulen gelingen“ von Reinhard Kahl gezeigt. Dabei wurde am Modell von mehreren Gesamtschulen gezeigt, was alles möglich sein könnte, um den Kindern die bestmögliche Bildung zu vermitteln. In der lebhaften Diskussion teilten Eltern, aber auch anwesende Lehrer ihre Erfahrungen mit dem bestehenden Schulsystem mit.

 

Stadtrat Thomas Vizl gab zu bedenken, dass sich eine erfolgreiche Bildungspolitik nicht nur am Grad der Abiturienten widerspiegeln würde. Der schlechte Ruf der Hauptschulen liege nicht an den Schülern, vielmehr an der Bildungspolitik.

Den Abend beendete Birgid Röder mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen mit einem Zitat von Bertrand Russel: „Mehrheiten zementieren das Bestehende, Fortschritt ist nur über Minderheiten möglich.“

 

Reichlich Diskussionsstoff lieferte der bildungspolitische Abend von geo-net zum aktuellen Schulbildungssystem. Mit im Bild: Sprecherin Birgid Röder (links) und die Organisatorin des Abends, Barbara Stanzel (2. von rechts).

Foto: FOTO Manfred Rückel

 

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