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Pressemitteilung als Reaktion auf eine Stellungnahme der CSU in der Mainpost vom 07.08.2013:

 

Sehr geehrte Redaktion,

 

zur Stellungnahme der CSU vom 06.08.2013 („Eine Chance für die Wohnstadt“) nehme ich Stellung:

 

 

 

Die Bestimmung zukünftiger Baugebiete durch eine Änderung des Flächennutzungsplans ist eine wesentliche Entscheidung für die Entwicklung der Stadt Gerolzhofen. Ich bin deshalb sehr zufrieden, daß diese Diskussion – angestoßen durch meine zugegeben etwas provokativen Äußerungen im Stadtrat – jetzt in breiter Öffentlichkeit stattfindet. Hierdurch werden die Entscheidungen des Stadtrats transparenter und für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbarer.

 

Auch geo-net ist der Meinung, Gerolzhofen muß sich weiterentwickeln. Deshalb habe ich bereits im Jahr 2007 einen Prüfungsantrag im Stadtrat gestellt: Es sollten in einem Vergleich vier mögliche Wohnbaugebiete geprüft werden. Die Prüfung erfolgte leider nur recht oberflächlich, der Stadtrat hat sich schnell auf das Baugebiet „Nördlich der Weißen Marter“ festgelegt. Hauptbegründung der Verwaltung und Stadtratsmehrheit war damals: die Stadt kam recht einfach an die erforderlichen Grundstücke.

 

In der Folgezeit habe ich dann mehrfach Verhandlungen mit dem TV Gerolzhofen wegen einer Bebauung des TV-Sportplatzes an der Jahnstraße angemahnt. Da die Situation, auch aufgrund mancher persönlicher Animositäten zwischen beteiligten Personen sehr verfahren war, haben Bernhard Krapf (Turnverein) und ich im Jahr 2010 gemeinsam die Initiative ergriffen und einen Plan entwickelt: Stadt und Turnverein gleichen ihre gegenseitigen berechtigten Ansprüche aus, die Stadthalle geht ins volle Eigentum der Stadt über, auf dem bisherigen TV-Sportplatz entsteht Wohnbebauung. Diese sichert dem TV dauerhaft und sicher Einnahmen über Erbbaurechtspacht. Dieser Vorschlag wurde dann auch Grundlage der Gespräche zwischen TV und Stadt. Dieses innenstadtnahe Baugebiet hat für mich höchste Priorität. Die Verhandlungen zwischen beiden Partnern sollten zügig fortgeführt und zum Abschluß gebracht werden.

 

Ein mögliches Baugebiet zwischen der Bahnlinie und dem Wald- und Wassererlebnisgarten an der Berliner Straße wurde von mir im Jahr 2010 vorgeschlagen. Im unteren Bereich, am Nützelbach, kann die Grünanlage und Erholungszone nach Westen zur Bahnlinie verlängert werden, der obere Teil an der Berliner Straße eignet sich aufgrund der Hanglage mit Südwest-Neigung für eine hochwertige Bebauung. Diese Bauplätze werden sehr attraktiv werden.

 

Weitere zu prüfende Baugebiete wären der Bereich zwischen Friedhof und B286 sowie zwischen Frankenwinheimer Straße und dem Baugebiet Weiße Marter. Bei allen vier von mir vorgeschlagenen möglichen Baugebieten muß die Stadt Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern führen, um das Verfügungsrecht zu erhalten. Alle vier Gebiete liegen entweder innerhalb der vorhandenen Bebauung oder direkt am Rande der bisherigen Stadtgrenzen.

 

Grund und Boden ist in Deutschland ein knappes Gut. Auch hier gibt es kein grenzenloses Wachstum, wir müssen verantwortungsvoll damit umgehen. Deshalb habe ich auch volles Verständnis, daß die Landwirtschaft um ihre Flächen kämpft. Selbst die CSU spricht sich in Bayern inzwischen gegen ungezügelten Flächenverbrauch aus. Staatsminister Brunner (CSU): «Wenn wir nicht sparsamer mit Grund und Boden umgehen, entziehen wir unseren Lebensgrundlagen buchstäblich den Boden». Nach Angaben des Agrarministers gehen pro Tag 16 Hektar verloren - das entspricht fast einer Fläche von 16 Fußballfeldern [1]. Aus diesem Grund bin ich dafür, dem Flächenverbrauch in Gerolzhofen Grenzen zu ziehen: keine Bebauung südlich des Nützelbaches und westlich der Volkach. Diese Grünzonen und Bäche sind für mich die dauerhaften Stadtgrenzen.

 

In der CSU-Stellungnahme vom 06.08.2013 wird behauptet, ich hätte meine Vorstellungen zum Flächennutzungsplan nicht rechtzeitig eingebracht. Das stimmt nicht. Bereits in meinem Antrag  vom 20.Mai 2013 bezüglich Ausgleichsflächen entlang der Volkach heißt es: „Eine vorausschauende Planung, auch im Zusammenhang mit dem Flächennutzungsplan bringt Vorteile: Bei Abwägung verschiedener Anforderungen und Ziele können Schrittweise optimale Lösungen erreicht werden.“ Dieser Antrag wurde vertagt, er ist noch nicht entschieden. In der Sitzung am 15.07.2013 habe ich meine Ablehung des Baugebietes südlich des Nützelbaches bereits mündlich angekündigt, in der Sitzung am 29.07.2013 habe ich meine Vorstellungen in einem eigenen Plan konkretisiert. Diesen Plan haben alle Stadträte erhalten. Die Vorlage des Bürgermeisters zur Sitzung am 29.07.2013 wurde erst am 25.07.2013 erstellt. Es blieb mir deshalb bis zum 29.07. nur wenig Zeit detailiert auf diese Vorlage zu reagieren.

 

Nahezu alle Anträge, Initiativen, Stellungnahmen von geo-net und mir seit 2002 sind auf der Internetseite www.geo-net.net aufgeführt und somit für alle Bürgerinnen und Bürgern nachprüfbar.

 

Thomas Vizl

 

Quelle 1): http://www.antenne.de/Brunner-will-Flaechenverbrauch-verringern__spieleantenne_381385_news.html

 

 

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