Miteinander in Geo

Altersgerechtes Gerolzhofen

Altersgerechtes Gerolzhofen

Unsere Stadt soll alle Generationen zusammenführen.

Um dabei dem demografischen und sozialen Wandel gerecht zu werden, müssen die Bedürfnisse der Senioren ernst genommen werden, was eine Herausforderung an eine Stadt stellt. Dies fängt bei der Mobilität an und reicht vom bedarfsgerechten Wohnen bis zu kulturellen Angeboten.

Auffällig ist, dass der Verkehrsraum gerade für Fußgänger mit Handicap im autogerechten Gerolzhofen eher beschwerlich oder teilweise viel zu klein ist. So sind für sie beispielsweise Gehwege mit sehr steilen Rampen nur mit Mühe zu begehen. Hinzu kommen auf Fußwegen parkende Autos oder zugeparkte Überwege. In diesem Zusammenhang ist die Schallfelder Straße im Bereich der Volkach von der Stadtmauer bis zur Sparkasse zu nennen, wo Kraftfahrzeuge den Fußgängern auf einem sehr schmalen Gehweg gefährlich nahe kommen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h brächte mehr Sicherheit. Ferner muss auf die Kreuzung Schallfelderstraße / Schuhstraße verwiesen werden, die für Kraftfahrzeuge zwar gut zu befahren ist, doch haben es Fußgänger hier sehr schwer, die Straßen zu überqueren. Dafür müssen sie große Umwege in Kauf nehmen.

Altersgerechtes Gerolzhofen heißt auch, dass die Mobilität sichergestellt ist. Ein Bürgerbus auf Abruf könnte ältere Menschen an die gewünschten innerörtlichen Ziele bringen. Ansatzweise setzt das Wohnstift Steigerwald der Caritas dieses Konzept um, indem es die Bewohner an bestimmten Tagen in die Altstadt von Gerolzhofen fährt. Darüber hinaus muss die Barrierefreiheit garantiert sein und in unserer Stadt insofern weiter vorangetrieben werden, als marode Gehwege, besonders der Marktplatz mit seinem historischen Pflaster altersgerecht zu sanieren sind sowie die problemlose Zugänglichkeit zu Veranstaltungsorten gewährleistet werden sollte.

Neben den bereits bestehenden Pflegeheimen, die für eine Rundumversorgung von gesundheitlich stark eingeschränkten Personen im höheren Alter notwendig sind, kann Gerolzhofen auch mit Tages- sowie Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Wohnhäusern mit dem Angebot des Betreuten Wohnens für ältere Menschen aufwarten, die sich ihre Selbstständigkeit noch bewahren können. Zur Erfüllung der Ansprüche von noch rüstigen Senioren sollte jedoch ausreichend Wohnraum in der Innenstadt bereitstehen. Damit eine lückenlose Selbstversorgung möglich ist, muss freilich für genügend Einkaufsmöglichkeiten im Stadtkern gesorgt werden. Ein Seniorenbeauftragter als Ansprechpartner könnte durch Gespräche, Beratung und Information Hilfestellung leisten, die ein längeres selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht.

Auch die medizinische Versorgung muss an die veränderten Altersstrukturen unserer Gesellschaft adäquat angepasst werden. So würde das Geo-med-Krankenhaus durch eine spezielle gerontologische Abteilung seinen Ruf in der Region weiter erhöhen, denn alte Menschen, vor allem mit Demenz, brauchen in einem Krankenhaus dieselbe fürsorgliche Betreuung wie Kinder. Patientenbegleitung bedeutet dann, dass diese Menschen mit Einschränkung passgenaue Hilfe und Beistand von der Aufnahme im Krankenhaus über die OP/Behandlung bis hin zur Entlassung bekommen. Ärzte würden bei der Kommunikation mit Patienten entlastet werden, weil die Patientenbegleiter mehr Zeit haben. Ängste und Missverständnisse werden minimiert. In guten Kinderkliniken ist das bereits Standard.

Ältere Menschen schätzen auch ein anderes kulturelles und soziales Angebot als junge Menschen, was eine Stadt im Blick haben sollte, um so auch für ältere Menschen als Wohn- und Lebensort attraktiv zu werden. Da Vereinsamung mit zunehmendem Alter ein weit verbreitetes Problem ist, müssen spezielle Veranstaltungen, die die Generationen zusammenbringen, dagegensteuern. Die Stadt Gerolzhofen könnte als Moderatorin ihren Anteil dazu beitragen.

Doch ebenso sind es Kleinigkeiten, die in einer seniorengerechten Stadt eine Rolle spielen. So können an relevanten Stellen altersgerechte Sitzbänke aufgestellt werden, um zum einen dem Aspekt der Ruhe, zum anderen dem Wunsch nach sozialen Kontakten und Begegnung Rechnung zu tragen.

Um in den regen Austausch mit den älteren Menschen zu kommen, erachten wir es als sinnvoll, zu einem Bürgerforum zum Thema „Seniorengerechte Stadt“ zu laden.