Innenentwicklung Mobilität

Belebung der Innenstadt – Verkehrswende

Belebung der Innenstadt – Verkehrswende

Steigerung der Aufenthalts- sowie der Wohnqualität, Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt: Dies sind die Schlüsselwörter, die eine Aufwertung der Gerolzhöfer Innenstadt, insbesondere des Marktplatzes bedingen.

Voraussetzung dafür ist zum einen dessen dringend erforderliche und planvolle Umgestaltung:

Eine erweiterte Außenbewirtschaftung, die auch den dort ansässigen Gastronomiebetrieben entgegenkommt, eine Vielzahl von neu gepflanzten, Schatten spendenden Bäumen sowie neu angelegten Grünzonen mit Bänken laden den Fußgänger und den Radfahrenden zum Verweilen in der Innenstadt ein. Eine Veränderung der Verkehrsflächen sorgt einerseits für einen sicheren Stadtbummel und hebt andererseits die Schönheit der umliegenden Fachwerkhäuser hervor.

Kurzum, unser Marktplatz soll wieder zum Wohnzimmer von Gerolzhofen werden.

Zum anderen braucht unsere Stadt ein neu entwickeltes, sorgsam durchdachtes Verkehrskonzept.

Ein solches schließt beispielsweise ein vernünftiges Parkraummanagement mit ein, das helfen soll, die bestehende Parkplatzsituation mit den Ansprüchen der Einzelhändler im Zentrum in Einklang zu bringen. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass in Gerolzhofen kein Parkplatzmangel herrscht, auch wenn in Deutschland die Anzahl der PKWs von 25,9 Mio. im Jahr 1980 auf knapp 50 Mio. im Jahr 2019 zugenommen hat. Insgesamt gilt es, Fehlbelegungen von Parkraum durch Dauerparker zu vermeiden.

Weitere Neuregelungen sollen zudem verkehrsberuhigte, sichere Bereiche schaffen, die einerseits mehr Fußgänger sowie Radfahrer anlocken und schützen, andererseits den Umsatz in der Innenstadt steigern. Denn 37% der Menschen erledigen ihre Einkäufe zu Fuß und 19,9 % der bayerischen Bevölkerung nutzen das Fahrrad zum Einkauf von Gütern des täglichen Bedarfs, wobei die Tendenz steigt! Dieser Anteil der Kundschaft hat demnach eine hohe Bindung an den lokalen Einzelhandel und kauft regional ein.

Folglich muss es das wesentliche Ziel sein, gerade den Prozentsatz der Fahrrad fahrenden Konsumenten anzuheben. Hierzu bedarf es z.B. eines guten und sicheren Radabstellsystems für die teils teuren Fahrräder in der Innenstadt. Bedenkt man außerdem, dass der Platzbedarf für das Abstellen eines PKWs einer Radabstellanlage mit mindestens acht Rädern entspricht, so steht ein Geldbeutel acht Geldbeuteln auf dem Fahrrad gegenüber. Die Kaufkraft von Fahrradfahrern wird somit immens unterschätzt. Zwar kaufen diese mengenmäßig nicht so viel ein wie Nutzer des MIV (des motorisierten Individualverkehrs). Dafür kommen sie aber häufiger und regelmäßig.

Darüber hinaus trägt ein in sich schlüssiges, modernes Verkehrskonzept zugunsten der Radfahrer dazu bei, die Verkehrssituation in der Stadt zu entspannen und die Emissionen zu reduzieren. Wurde bisher die Verkehrsführung nur aus der Perspektive der Windschutzscheibe gedacht, bei der dem Auto der rote Teppich ausgelegt wird und sowohl Fußgänger als auch Fahrradfahrer verdrängt werden, so muss nun diesen Verkehrsteilnehmern deutlich mehr Raum gegeben werden.

Nur so kann Gerolzhofens Stadtkern wieder ein menschliches Gesicht erhalten und ein Lebensraum für alle werden!

Belebung der Innenstadt – Verkehrswende